03.07.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Elektromobilitätskonzept vorgestellt Immer mehr sind geladen

Der Landkreis Neustadt hat beschlossen, ein Elektromobilitätskonzept zu erarbeiten. Bis Ende 2018 soll es fertiggestellt sein. In Weiden ist in diesen Tagen ein entsprechendes Konzept bereits vorgestellt worden.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Unterm Strich geht es bei dem 160-Seiten-Werk um die Einführung der Elektromobilität. Wie dies funktionieren kann, dazu hat sich eine Arbeitsgemeinschaft Gedanken gemacht. Mit dabei Prof. Dr. Magnus Jaeger, das Büro ip³ GmbH von Stephan Korb und das etz Nordoberpfalz mit Geschäftsführer Matthias Rösch. Korb fasste den Handlungsleitfaden im Hauptverwaltungs- und Umweltausschuss zusammen. Er berichtete, dass in verschiedenen Workshops mit den kommunalen Betrieben und Vertretern der lokal ansässigen Unternehmen die individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen für den Umstieg auf die Elektromobilität erarbeitet wurden. Zusätzlich wurde eine repräsentative Umfrage unter etwa 900 Bürgern ausgewertet.

Unter anderem werden in einem ersten Schritt der Ausbau der öffentlichen und halb-öffentlichen Ladeinfrastruktur für E-Pkw und Elektroräder sowie der sukzessive Umstieg auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben empfohlen. Derzeit gibt es etwa 30 entsprechende Fahrzeuge in Weiden. Ihre Anzahl soll bis 2020 auf 500 und bis 2030 auf 3500 ansteigen. Elektroräder sind jetzt schon der Renner.

Standorte zum Aufladen

Als Standorte für öffentliche Ladestationen werden vorgeschlagen: Thermenwelt, Parkplatz Neues Rathaus, Tiefgarage Allee, Parkhaus Friedrich-Ebert-Straße, Parkflächen auf der Allee, Vorplatz Bahnhof und der Pendlerparkplatz an der Autobahnauffahrt Frauenricht. Halb-öffentliche Standorte könnten in der Tiefgarage des Neuen Rathauses und am Bauhof eingerichtet werden. Die Kosten belaufen sich pro Standort zwischen 8000 und 26 500 Euro, macht zusammen etwas über 100 000 Euro. Dazu kommen allerdings noch die zwei Schnell-Lader am Pendlerparkplatz.

Ladeplätze für E-Bikes

Ladestationen für E-Bikes sollen an der Thermenwelt sowie am Neuen und am Alten Rathaus eingerichtet werden. Als Infrastruktur empfohlen werden hochwertige Fahrrad-Anlehnbügel, an denen sich der Rahmen des Fahrrads sichern lässt, und Außensteckdosen mit Zeitschaltuhr, zum Beispiel von Montag bis Sonntag von 8 bis 22 Uhr. Da E-Bike-Fahrer häufig in Kleingruppen unterwegs sind, sollte ein Ladestandort mit mindestens vier Ladeplätzen (zwei Anlehnbügel) ausgestattet sein. Die Kosten liegen laut Konzept bei etwa 3500 Euro pro Standort.

Als erste und entscheidende Schritte zur Umsetzung des Konzepts fordern die Verantwortlichen Abstimmungen mit den Stadtwerken und der Stadtbau als wichtigste potenzielle Akteure. Gerade eine klare Positionierung der Stadtwerke als möglicher Betreiber von Ladestationen im öffentlichen Raum sei für das weitere Vorgehen von entscheidender Bedeutung. Im Bereich des halb-öffentlichen Ladens steht die Stadt Weiden in ihrer Vorbildfunktion als Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Beschäftigten Lademöglichkeit zu bieten. Zunächst kostenlos.

Dazu passt ein Antrag der Bürgerliste, die beantragt hat, im gesamten Stadtgebiet für E-Fahrzeuge kostenfreies Parken zu ermöglichen. Bereits seit 1. Oktober sind solche Fahrzeuge auf dem Großparkplatz Naabwiesen von der Parkscheinpflicht befreit. Dies soll nun auch befristet bis Ende 2020 an anderen Standorten im Stadtgebiet ermöglicht werden. Genau jetzt in der Anlaufphase müsse man attraktiv sein und Anreize setzen, forderten Rainer Sindersberger (Bürgerliste) und Hans Blum (CSU). Skeptisch zeigte sich Gabi Laurich (SPD). "Wegen kostenloser Parkplätze schafft sich doch niemand ein E-Auto an."

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