04.05.2018 - 11:28 Uhr
Oberpfalz

Erfahrungen mit "neuem" Adolf-Kolping-Platz höchst unterschiedlich Den Gefahren auf der Spur

Wie Kraftfahrer und Radler inzwischen mit den neuen Spuren rund um den Adolf-Kolping-Platz zurechtkommen - das wollten wir von den Betroffenen wissen. Die meisten der Antworten, die uns auf Facebook erreichten, sind eindeutig: "Es bleibt gefährlich", wie beispielsweise Birgit Schubert schreibt. Eine andere Weidenerin räumt unumwunden ein, dort stets auf dem Gehweg zu radeln: "Bin doch nicht lebensmüde." (siehe "Stimmen aus dem Netz")

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Die Unzufriedenen bemängeln viel zu schmale Spuren, eine unübersichtliche Führung, längere Staus denn je - und neue gefährliche Situationen. Nicht nur ein Busfahrer hat beobachtet: "Die Radspuren werden von Motorradfahrern benutzt, die mit 70 und schneller an den stehenden Pkws vorbeidüsen." Zweifel am neuen System schimmern auch in einem CSU-Antrag durch, der in der Stadtratssitzung am Montag, 7. Mai, in den Fokus rücken soll (Beginn 15 Uhr, Neues Rathaus). Die Christsozialen haben ebenfalls jede Menge Bürgerkritik zu hören bekommen und wünschen sich nun eine Analyse, beispielsweise, inwiefern sich Wartezeiten vor den Ampeln verändert haben und Radfahrer die speziellen Spuren nutzten.

Offenbar jedoch ein schwieriges Unterfangen. Im Vorlagebericht zur Sitzung verweist die Verwaltung nicht nur auf die Kosten eines solchen Gutachtens ("7000 bis 10 000 Euro"), sondern stellt auch seinen Sinn infrage. Schließlich fehlten Vergleichswerte. Entsprechende Daten seien vor der Veränderung nicht erhoben worden. Grundsätzlich, so die Verwaltung, handle es sich bei der Umgestaltung um "die ersten Voraussetzungen, den Radfahrer am Adolf-Kolping-Platz und damit über den verkehrsreichsten Knotenpunkt Weidens zu führen". Das Projekt sei alles andere als abgeschlossen. Noch fehle die Fortführung im übrigen Straßennetz, wie sie das Gesamtstädtische Verkehrskonzept vorsieht.

"Zeitnah" soll nun der Lückenschluss zur Prinz-Ludwig-Straße erfolgen. Neue Schutzstreifen gebe es zudem nach Abschluss der Kanalbauarbeiten in der Schillerstraße und nach Beendigung der Arbeiten am NOC in der Sedanstraße. Überhaupt blieben - nach der Verkehrsfreigabe im August 2017 - die Erfahrungen aus der gerade erst gestarteten Radsaison 2018 abzuwarten. Es brauche Zeit, bis sich Schutzstreifen bei den Radlern etablierten. Zu den Staus informiert die Verwaltung, dass das Tiefbauamt eine Optimierung der Schaltzeiten der Ampelanlagen am Knotenpunkt Christian-Seltmann-/Peuerlstraße prüfe.

Auch ohne tiefgründige Analyse erkennen die Verantwortlichen im Rathaus übrigens bereits jetzt eine Verbesserung der Situation: "Nach Rücksprache bei der Polizei, wie auch nach den Erfahrungen der Stadtverwaltung, ist die Umgestaltung des Adolf-Kolping-Platzes als Verbesserung anzusehen. (...) Auch in den Unfallzahlen bestätigt sich diese Erkenntnis, da seit Einführung der Schutzstreifen keine Radverkehrsunfälle zu verzeichnen sind." Zumindest offenbar keine, zu denen die Gesetzeshüter hinzugezogen wurden. Ein passionierter Radler erzählt von einem Unfall, der sich erst vor wenigen Tagen ereignet habe: Der Radfahrer befand sich auf dem Schutzstreifen beim Josefshaus, wollte den Kolping-Platz geradeaus überqueren. Ihn erfasste ein Wagen, der neben ihm rechts abbog. Die Karambolage endete glimpflich. Zu ähnlichen Situationen kommt es nach den Worten des Weideners immer wieder.

Dennoch: Für den "neuen" Kolping-Platz setzt es anscheinend nicht nur Kritik. Die Verwaltung berichtet von "mehreren lobenden Äußerungen vonseiten der Bevölkerung".

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