Erster Ostermarsch in Weiden
Gebt endlich Frieden

Die Friedensdemonstranten versammelten sich nach dem ersten Weidener Ostermarsch zur Schlusskundgebung um den Osterbrunnen vor dem Alten Rathaus. Bild: Kunz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
02.04.2018
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Daniel Zant, Josef Hess und Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler. Bild: Kunz

Beim ersten Weidener Ostermarsch protestieren rund 150 Menschen gegen Kriegstreiber. Die Sprecher machen deutlich: Die Gefahr von verheerenden Konflikten sei größer denn je.

"Deutschlands Waffenexporte kommen zu 50 Prozent aus Bayern." Das erklärte Ali Daniel Zant von den Linken am Samstag bei der Abschlusskundgebung des ersten Weidener Ostermarsches. Er bezog sich dabei auf Parteispenden durch die Rüstungslobby. Unter dem Beifall der Marschierer sagte er: "Wer in Bayern Abschiebezentren baut und gleichzeitig Kriege am Laufen hält, betreibt eine schizophrene Politik."

Jost Hess vom Arbeitskreis Asyl knöpfte sich den Koalitionsvertrag vor. Anstatt den Rüstungshaushalt um jährlich zwei Prozent zu steigern, sollte die Bundesregierung lieber auf Diplomatie, Krisenprävention und Konfliktbearbeitung setzen. Der Forderung Donald Trumps zu folgen bedeute, dass Deutschland im Jahr 2024 die Aufrüstung 70 statt bisher 37 Milliarden Euro kosten werde.

Die illegalen Angriffskriege hätten den IS erst entstehen lassen. Darin seien sich alle Experten einig, unterstrich Hess. Der Krieg in Syrien dauere schon länger als der Zweite Weltkrieg. "Uns alle betrifft das Thema Frieden, und wir dürfen nicht das Thema Frieden den Politikern, Geheimdiensten und Militärs überlassen." Hess weiter: "Wir müssen unsere Forderungen für das Leben in die Öffentlichkeit tragen."

Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich 150 Friedensaktivisten an dem Marsch vom Josef-Witt-Platz durch die Max-Reger-Straße zum Osterbrunnen vor dem Alten Rathaus. Die Polizei meldete 70 Teilnehmer. Mitorganisiert wurde der Ostermarsch von der evangelischen Kirche, dem Arbeitskreis Pro Asyl, Amnesty International und Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW).

IPPNW-Vertreter Christoph Schrems erklärte, dass in Rheinland-Pfalz noch immer 20 US-Atombomben lagerten. Jede habe die 26-fache Sprengkraft der Bombe von Hiroshima. Die USA wollten in den kommenden Jahren vier Milliarden Dollar aufwenden, um diese Abwurfbomben in intelligente, präzisionsgesteuerte Fernwaffen umzurüsten. Kernwaffen, die im Kriegsfall vom US-Präsidenten freigegeben und dann von der deutschen Luftwaffe unterstützt würden.

Schrems fand das "sehr beunruhigend bei einem Partner wie den USA, die von einem unberechenbaren, persönlichkeitsgestörten Präsidenten geführt werden". Solange es Atomwaffen gebe, bedrohten sie - gekoppelt mit irrationalem Verhalten von Politikern wie Trump und Kim Jong-un -die gesamte Menschheit. "Millionen von Menschen sind tot, vertrieben, auf der Flucht. Und all das hat auch mit Grafenwöhr zu tun", sagte Sebastian Paul von den Linken, sprach vom "Truppenübungsplatz der Schande, direkt vor unserer Haustür" und rief zum Protest auf. Veit Wagner stellte sich im Namen von Amnesty International hinter die Menschen, denen die Grundrechte verweigert werden. "Wir setzen uns ein für Menschen, die aus Kriegsgebieten kommen oder politisch verfolgt werden."

Juso-Stange zu langDie Friedensmarschierer rekrutierten sich aus Linken, Genossen, Atomkraftgegnern, Friedensaktivisten, Ärzten und einem evangelischen Pfarrer. Ihr Motto: "Macht mit, zeigt Flagge, setzt euch ein!" Ein Leitwort, das nur bedingt möglich war, gestatten die Auflagen doch nur Fahnenhalter von knapp über einem Meter Länge. "Wir haben die Hölzer beim Kauf bereits im Baumarkt abgesägt", berichtete Ali Daniel Zant über die Vorbereitungen. "Es durfte auch kein Hartholz sein." Den Ordnungshütern entging allerdings nicht, dass die Fahnenstange der Jusos das genehmigte Maß um einige Zentimeter überschritt. Die Polizei konfiszierte den Stecken des SPD-Nachwuchses auch prompt nach Abschluss der Kundgebung. (uz)
10 Kommentare
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Mascha Haßler aus Kirchenthumbach | 03.04.2018 | 12:42  
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Hubert Senf aus Schwandorf | 03.04.2018 | 13:39  
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Mascha Haßler aus Kirchenthumbach | 04.04.2018 | 17:05  
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Mascha Haßler aus Kirchenthumbach | 04.04.2018 | 17:37  
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Hubert Senf aus Schwandorf | 04.04.2018 | 19:13  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 05.04.2018 | 16:57  
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Hubert Senf aus Schwandorf | 05.04.2018 | 17:54  
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Mascha Haßler aus Kirchenthumbach | 07.04.2018 | 14:05  
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Mascha Haßler aus Kirchenthumbach | 07.04.2018 | 15:14  
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Hubert Senf aus Schwandorf | 07.04.2018 | 15:39  
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