07.02.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Fachberatungsstellen wie Dornrose fordern finanzielle Sicherheit Gewalt gegen Frauen wirksam bekämpfen

Seit Anfang Februar ist die sogenannte Istanbul-Konvention in Kraft getreten. Dieses Abkommen des Europarates verpflichtet Deutschland, Gewalt gegen Frauen wirksam zu verhüten und zu bekämpfen. Die Weidener Beratungsstelle "Dornrose - gegen sexualisierte Gewalt" begrüßt dieses Abkommen und fordert zugleich für den ländlichen Raum eine Ausweitung der Fachberatungsstellen sowie deren sichere Finanzierung.

von Jutta Porsche Kontakt Profil

"Der Beratungs- und Fachstelle Dornrose e. V. ist es ein großes Anliegen, allen von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen", erklärt die Sozialpädagogin Elisabeth Scherb. "Dornrose" habe sich deshalb der Presseerklärung des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) angeschlossen.

In der Presseerklärung wird das Inkrafttreten der Istanbul-Konvention als Meilenstein im Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen begrüßt. Weiter heißt es darin unter anderem: "Die Konvention schreibt in Artikel 22 fest, dass es für alle Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt spezialisierte Hilfen geben muss, die gut erreichbar und mit angemessenen Ressourcen ausgestattet sind. Dazu gehören die spezialisierten Fachberatungsstellen für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen.

Als Dachverband sieht der bff hier großen Handlungsbedarf. Vor allem im ländlichen Raum fehlen Fachberatungsstellen, an die Betroffene sich wenden können. (...) Die Finanzierung der Fachberatungsstellen wird meist im Rahmen nicht abgesicherter ,freiwilliger Leistungen' von Ländern und Kommunen gestellt, die immer wieder neu beantragt werden müssen."

Zugleich würden die Anfragen an die Beratungsstellen kontinuierlich zunehmen - von Betroffenen, Fachkräften oder Angehörigen. "Jetzt, da die Istanbul-Konvention geltendes Recht ist, muss mehr Geld ins System", fordert der bff deshalb. Die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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