09.11.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fast die Hälfte der Flächen nicht mehr belegt Der Stadtfriedhof stirbt

Der neue Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, Albert Riedl, hat darauf hingewiesen, dass die leeren Flächen in den städtischen Friedhöfen immer mehr werden. Derzeit betragen sie bereits 43,71 Prozent, also fast die Hälfte, teilte er im Rechnungsprüfungsausschuss mit. Es gab Zeiten, da war der Stadtfriedhof voll belegt, mit über 100 Prozent an der Grenze zur Erweiterung.

Wie dieses Bild vom Stadtfriedhof zeigt: Die Leerflächen werden immer größer. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Die Entwicklung führt Riedl in erster Linie auf die zunehmende Urnenbestattung zurück. Vor 15 Jahren lag diese noch bei einem Anteil von 29,24 Prozent. Inzwischen hat sich diese Bestattungsart verdoppelt. Im vergangenen Jahr schlug sie mit knapp 57 Prozent zu Buche, 2015 sogar schon mit 61,92 Prozent.

Unter dem Gesichtspunkt, dass der Gebührenzahler nicht mit den Vorhaltekosten für beliebig viele Gräber belastet werden darf, berechnet die Stadt Weiden bisher nur die Kosten für das Vorhalten einer Grabreserve von 30 Prozent. Für den restlichen Überbestand (derzeit 13,71 Prozent) werden allgemeine Haushaltsmittel locker gemacht.

Zu den Gebühren: Diese müssen ab 1. Januar 2018 wieder kräftig erhöht werden. Die Steigerungen betragen zwischen 13 und rund 30 Prozent. Nur die Leichenhallengebühren können von 151 auf 132 Euro gesenkt werden. Anders sieht es bei den Beerdigungsgebühren aus. Sie steigen von 509 auf 664 Euro, bei doppelter Grabtiefe von 679 auf 885 Euro. Eine Kinderbeerdigung kostet künftig 199 statt bisher 152 Euro. Die Urnenbeisetzung wird um 34 Euro teurer und kostet damit 142 Euro. Bei der Berechnung der Beerdigungsgebühren hat die Verwaltung den Kostenträger "Kubikmeter Erdreich" auf 856 Kubikmeter herabgesetzt. Es ist der Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Da dieser aber ständig sinkt, ist die Schätzung sehr optimistisch.

Ähnlich sieht es bei den Grabnutzungsgebühren aus. Sie erhöhen sich für Gräber I. Ordnung (an den Hauptwegen) von 915 auf 1041 Euro, II. Ordnung von 654 auf 780 Euro und III. Ordnung von 435 auf 519 Euro. Eine Gruft I. Odnung kostet künftig 2607 statt 2226 Euro. Bei Urnengräbern erhöhen sich die Gebühren von 393 auf 468 Euro. In allen Fällen betragen die Laufzeiten 15 Jahre. Nur bei Kindergräbern, deren Kosten von 116 auf 138 Euro steigen, betragen diese 10 Jahre.

Stefan Rank (Bürgerliste) stimmte den Vorschlägen nicht zu. Er meinte, erst müsse nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht werden. Endgültig entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am 20. November über die Empfehlungen. (Angemerkt)

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