21.03.2018 - 17:52 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Flurer-Hotel ist vielen Stadträten zu teuer Ladl und Turm: Ideen gesucht

Charmant. Reizvolle Idee. Die ersten Kommentare im Stadtrat fallen äußerst positiv aus. Doch je länger die Diskussion andauert, umso skeptischer werden die Beiträge. Ist ein Hotel im Flurerturm samt Milchladl doch nicht der letzte Schrei?

Die Stadt will Flurerturm und Milchladl in ihrer Hand behalten. Jetzt ist sie auf der Suche nach der besten Nutzung. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Dabei hatte Baudezernent Oliver Seidel in der Sitzung des Stadtrats mitgeteilt, dass es nach dem Bericht im "Neuen Tag" bereits eine Anfrage eines potenziellen Betreibers gegeben habe. CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch forderte eine schnelle Lösung binnen drei Monaten. "Sonst müssten wir doch verkaufen." Gisela Helgath (Grüne) will unbedingt ein Gärtchen vor dem Milchladl. "Der jetzige Parkplatz dort tut mir weh."

"Hin- und hergerissen" fühlt sich der Fraktionschef der Bürgerliste, Christian Deglmann. Vielleicht finde sich auch noch eine andere Nutzung hofft er ebenso wie Hildegard Ziegler, stellvertretende SPD-Fraktionschefin. Sie erinnert aber auch an die Pflicht der Stadt zur Denkmalsanierung. Die Hotelnutzung sei die kostenintensivste Nutzung, warnte Karlheinz Beer (CSU). Die geschätzten Kosten von 755 000 Euro hält er für unzureichend. Da sei man schnell bei einer Million. Dämmung und Fenster seien Unsicherheitsfaktoren. Hier seien die Kosten zu prüfen. Der Architekt verweist zudem auf den Keller, der seines Wissens denkmalgeschützt sei. "Soll der durch Bäder zerstört werden?". Beer empfiehlt die Suche nach anderen Konzepten.

Heftig reagiert Rainer Sindersberger (Bürgerliste). Ein Hotel sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen völlig unmöglich. Sanierungskosten von einer Million Euro seien noch optimistisch. Zudem seien die Umsätze zu gering. Die Weidener Hotels seien nicht über 70 Prozent ausgelastet. "Das wäre zu wenig." Dagegen sagte Grünen-Fraktionschef Karl Bärnklau, man dürfe das Projekt nicht betriebswirtschaftlich sehen. "Das gehört zu den "Soft-Facts". Widerspruch kam auch von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Hier handle es sich um ein Denkmal, wie das Alte Rathaus. Da könne man nicht von einem "Return of invest" reden. Der OB widersprach auch Stefan Rank, der forderte, parallel einen Verkauf zu verfolgen. "Davon sind wir doch schon weg."

In diesem Zusammenhang betonte Bürgermeister Lothar Höher, ein Denkmal sei Teil der Stadt und in ihren Händen zu belassen. Er forderte, eine Lösung nicht auf den St.-Nimmerleinstag hinauszuschieben.

Zu Beginn hatte Baudezernent Oliver Seidel auf die technische und funktionale Verbindung von Turm und Ladl hingewiesen. Für das Erdgeschoss des Milchladls könne er sich eine Nutzung für Veranstaltungen vorstellen, in den Geschossen darüber bis unters Dach Doppelzimmer. Auch im Flurerturm würde die Hotel-Idee aufgegriffen: mit freigestellter Badewanne im Erdgeschoss und dem Schlafzimmer darüber. Grundsätzlich zeigt sich Seidel flexibel gegenüber verschiedenen Ideen. So kann er sich auch eine Zoiglstube vorstellen, mit kleinem Gärtchen, das dann gastronomisch genutzt werden könnte.

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