25.01.2018 - 19:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fragen zum neuen großen Weidener Gewerbegebiet Bürger-Werkstatt für West IV

Das Ziel bleibt "sportlich": Planungsreife noch 2018, Spatenstich für Weiden-West IV im nächsten Jahr. Bei der "Bürger-Werkstatt" für den Bebauungsplan wird aber deutlich, wie viele Fachleute bereits ihr Wissen eingebracht haben. Es gibt jede Menge Infos und Gutachten, aber auch viele Fragen.

Christine Brandl erläutert die Grundzüge der Grünordnung.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Schon in seinen kurzen einleitenden Worten macht Oberbürgermeister Kurt Seggewiß deutlich, dass es seit dem Bürgerentscheid vom November 2014 nicht mehr um die Frage, ob Gewerbegebiet, sondern nur noch um das Wie gehe. "Wir sind nicht perfekt. Wir können etwas übersehen haben. Deshalb die Bürgerbeteiligung. Auch die Träger Öffentlicher Belange sind dabei", erläutert Seggewiß den knapp 70 Weidenern, die am Mittwochabend ins Rathaus gekommen sind.

Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel stellt die Fachplaner vor, die seit 2011 eine Fülle von Gutachten erstellt haben. Der Bebauungsplan befinde sich derzeit im Stadium des Vorentwurfs. Änderungen sind möglich. Um Wünsche, Hinweise und Kritik "einfangen" und in der Planung berücksichtigen zu können, bittet Seidel alle Bürger, bis 15. Februar um schriftliche Rückmeldung. Genau ein Dutzend der Gäste nutzt am Mittwochabend die Chance und deponiert die Anmerkungen in der aufgestellten Wahlurne.

Keine zweite Zufahrt

Federführend betreut das Büro Stadt und Land den Bebauungsplan. Matthias Rühl erklärt die Grundzüge der Planung: Vier Bauabschnitte sind vorgesehen. Eine 1,7 Kilometer lange Transversale, beginnend an der B 470, gegenüber der Einmündung der Dr.-Müller-Straße, erschließt das insgesamt 74 Hektar große Areal. Die Transversale endet aber bisher in einer "Notausfahrt", in der kein Linksabbiegen möglich ist. Ob es je eine richtige zweite Zufahrt ins neue Gewerbegebiet geben wird, bleibe derzeit sogar fraglich.

48 Hektar "netto" können überbaut werden. Die Gebäude müssen an der breiten Erschließungsspange mindestens zehn Meter hoch sein (dreigeschossig für Dienstleister/Büros), können aber im ersten Bauabschnitt auch 40 Meter in die Höhe reichen (Produktion). Die Hälfte der Dächer, ein Drittel der Fassade ist zu begrünen. 2000 bis 2500 Menschen sollen hier Arbeit finden.

Regen puffern

Umplanungen erforderten die geologischen Gutachten: Wasserversickerung sei aufgrund des Bodens nicht möglich. Dies löse einen hohen Aufwand an Regenrückhaltebecken und -einrichtungen aus, die allerdings ohne Betonbau auskommen sollen und nur im Erdbau erstellt werden. Versprochen: Im Hochwasserfall werden weder Schweinenaab noch Weidingbach zusätzlich belastet, betont Rühl. Im neuen Gewerbegebiet sollen auch Versorgungsschwerpunkte (Metzger, Bäcker, Ärztehaus, Kinderbetreuungsstätten) entstehen.

Alle Anregungen würden geprüft und in den Umweltbericht eingearbeitet, betont Christine Brandl vom Büro TNL, die den Bereich Grünordnung betreut. Für die 48 Hektar an reinem Bauland würden 52 Hektar an Ausgleichsflächen benötigt, die aufzuforsten oder ökologisch aufgewerten sind. Seit Jahren hat die Stadt "zwischen Eslarn und Parkstein" Grundstücke erworben. Sie bringt aber auch Flächen der Stadtwerke in die Grünbilanz ein. Erfreulich: Mehr als die Hälfte dieser Flächen liegt im Weidener Stadtgebiet, vornehmlich an der Autobahn, zum Beispiel westlich und südlich der Nordtangente.

An den vier Thementischen "Bebauungsplan", "Wasserwirtschaft", "Grünordnung" und "Gutachten" (Verkehr, Lärm) beantworten die Experten dann fast zwei Stunden lang im persönlichen Gespräch die Fragen der Bürger.Von einem Gewerbegebiet Weiden-West IV war damals noch kaum eine Rede. Aber die Staatliche Bauverwaltung plante bereits für die Einmündung der Dr.-Müller-Straße in die B 470 eine große Lösung mit Kreisverkehr und Verbindungsspangen. Höhenfrei: Keine Spur sollte die andere kreuzen. Zwar ein Millionen-Projekt, aber zukunftssicher. Doch vorbei. Das Zeitfenster, in dem diese Pläne eine Chance hatten, schloss sich ungenutzt.

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