Freie Wähler Weiden feiern 25-jähriges Bestehen
Die "Unbestechlichen"

Diese Vier waren von Anfang an dabei: (vorne, von links) Eleonore Sindersberger, Ernst Sindersberger, Petra Benner und Rainer Sindersberger. Vorsitzender Alois Frank (links) begrüßt als Festredner Landeschef Hubert Aiwanger (Dritter von rechts). Bild: hcz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.10.2017
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"Politik für die Menschen vor Ort und ihre Heimat." Das haben sich die Freien Wähler Weiden auf die Fahnen geschrieben, sagt Landesvorsitzender Hubert Aiwanger. Er gratuliert am Samstag im Gasthof Lehner zum 25-jährigen Bestehen.

Der Landtagsabgeordnete aus Rottenburg, der seit 2008 auch Bundesvorsitzender ist, war prominentester Gratulant bei der Feier. Die Geburtsstunde der Weidener Freien Wähler hatte am 12. Februar 1992 geschlagen. Zehn Männer und Frauen, die sich bei der CSU nicht mehr aufgehoben fühlten, gründeten unter Führung von Stadtrat Rainer Sindersberger die Freien Wähler. Siegfried Klarner, dritter Bürgermeister von Altenstadt, stand Pate, erinnerte Sindersberger. Auf Anhieb habe man zwei Plätze im Stadtrat erringen können und sich mit den Grünen zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammengeschlossen, um in den Ausschüssen vertreten zu sein.

Nach zwölf Jahren mit den Grünen arbeite man jetzt mit Reinhold Wildenauer (FDP) zusammen und ging 2014 die Fraktionsgemeinschaft mit der Bürgerliste ein. Persönliche Freundschaft sei wichtig für die Zusammenarbeit zum Wohl der Stadt, sagte Sindersberger. Kontinuierliche Sacharbeit gelte es zu leisten, nicht "Aufspringen auf jeden Zug".

Nicht hinter dem Berg hielt Kreisvorsitzender Alois Frank mit seiner Freude über das schlechte Wahlergebnis der CSU bei den Bundestagswahlen. Dass man den anderen ein "paar Prozent abgeluchst" habe, sei Kandidat Karl Meier sowie Hans Wittmann und den zahlreichen Wahlhelfern zu verdanken. "Seehofers Jahre sind gezählt und Angie wird ihre Zeit auch nicht durchstehen", prophezeite Frank. Man steuere zuversichtlich auf die kommende Landtagswahl zu. Die Freien Wähler kämpften gegen den "Wahnsinn" der Hochspannungstrassen, gegen "Globalisierungswahn", gegen TTIP, die aufwändige Autobahnmaut ("ein Pickerl hätte es auch getan") und Bargeldabschaffung, skizzierte Frank die Grundzüge des Wahlprogramms. In wichtigen Fragen sei man für Volksbefragungen.

In die gleiche Kerbe schlug Landeschef Aiwanger. Die Freien Wähler seien "Anwälte des ländlichen Raums" und stünden für eine Stärkung der Fläche, nicht der Ballungsgebiete. "Gebt den Regionen mehr Geld und setzt ihnen nicht noch Stromtrassen vor die Nase", appellierte er an die Landesregierung. Die Freien Wähler seien unbestechlich und nicht eine von Lobbyisten gekaufte Partei.

Aiwanger kritisierte den Rückzug des Staates aus der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wenn "uns einmal die Autobahnen nicht mehr gehören", würden englische und chinesische Investoren die Maut kassieren. Die Krankenhäuser vor Ort seien zu stärken. Von einem Christian Lindner (FDP) sei dies nicht zu erwarten, da dessen Wahlkampf zur Hälfte von den Helios-Kliniken finanziert worden sei. Weiterhin prangerte der Landtagsabgeordnete die Mängel im Bildungswesen an, die schlechte Bezahlung der Hebammen ("während sich die Krankenkassen Glaspaläste bauen") und Rentenkürzungspläne.

Gabriela Bäumler, Kreisvorsitzende aus Neustadt/WN, gratulierte und plädierte für gemeinsames Kämpfen in Stadt und Land.
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