Gebiet bei Heiliger Staude in Planentwurf: Stadtrat diskutiert am 19. Dezember
Windräder im Wald?

Die Kapelle zur Heiligen Staude: Im Waldgebiet südöstlich davon könnte ein Vorbehaltsgebiet für Windkraft entstehen. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
14.12.2016
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Das Thema Windräder flattert wieder auf die Tagesordnung der Stadtpolitik. Ein Entwurf des Regionalplans listet ein Gebiet südöstlich der Heiligen Staude. Bis sich hier tatsächlich etwas drehen sollte, ist es aber noch ein weiter Weg.

Der Name klingt wenig spektakulär: WEN 01 L "östlich Weiden i.d.OPf.". Gemeint ist ein rund 19 Hektar großes Waldstück nördlich der Abzweigung von der B 22 nach Mitterhöll. Zu finden ist es als "Vorbehaltsgebiet" für Windkraft im Entwurf für die Fortschreibung des Regionalplans. Vorbehalt bedeutet, dass der Windkraft hier bei einer Abwägung besonderes Gewicht eingeräumt würde. Der Planungsverband Oberpfalz-Nord (ihm gehört unter anderem die Stadt an) hatte sich im Juli bei einer Ausschusssitzung im Neuen Rathaus darauf verständigt. Es geht um Änderungen des Abschnitts "Windenergie". Ziel ist nicht ein Mehr an möglichen Flächen für Windräder, sondern das Gegenteil: Es wurden nur Flächen gelistet, in denen keine Ausschlussgründe (Natur-, Wasser-, Denkmalschutz und so weiter) zu erwarten waren - und gleichzeitig genug Wind weht. Im Stadtgebiet blieb einzig "WEN 01 L".

Verbindlich ist der neue Plan noch nicht. Zunächst haben Fachstellen und Kommunen die Gelegenheit, Stellung zu nehmen, bevor dann womöglich im Mai der Verband eine Entscheidung trifft. Wobei das in diesem Fall so eine Sache ist: Die Frist für Stellungnahmen ist am 5. Dezember abgelaufen. Der Stadtrat hat das Thema aber erst in seiner Sitzung am Montag, 19. Dezember, auf der Tagesordnung. Eigentlich zu spät.

Allerdings: Sollten sich dabei gewichtige Einwände finden, "wird man das nicht ignorieren können", sagt Karl Wittmann, Geschäftsführer des Planungsverbands. Jedoch ist fraglich, ob sich etwas findet. Im Vorlagenbericht zur Stadtratssitzung heißt es, der Entwurf sei ausgelegt worden. "Weder von der Öffentlichkeit, noch von Stellen im Hause wurden Anregungen vorgebracht."

So oder so ist der Weg noch weit: Selbst wenn "WEN 01 L" in den Regionalplan aufgenommen wird, gibt es noch ein weiteres Hindernis. Der Bereich ist Landschaftsschutzgebiet. Auch das müsste zunächst noch geändert werden, etwa indem die Stadt das Areal herausnimmt. Erst dann würde aus dem Vorbehalts- ein Vorranggebiet.

Unbedeutend ist die Aufnahme in den Regionalplan dennoch nicht. Ist sie einmal erfolgt, wären naturschutzrechtliche Fragen vorerst hinfällig: Fände sich später im Bereich beispielsweise ein Schwarzstorchhorst, könnten Windräder dennoch gebaut werden. Wobei eine Hürde freilich erst einmal bleiben würde: Es müsste ein Investor bereitstehen.
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