10.10.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gegen zwei Stimmen stellt sich Stadtrat hinter neues Gewerbegebiet West IV 74,5 Hektar Zukunft

Der erste Wunsch von Roland Richter wird schnell erfüllt. Gegen zwei Stimmen der Grünen stellt sich am Montagabend im Stadtrat tatsächlich eine große Mehrheit hinter das neue Gewerbegebiet West IV. Ob es auch ein "Naab-Valley" wird, wie der SPD-Fraktionschef fordert, steht dagegen noch in den Sternen.

Was bleibt da anderes übrig? Grünes Licht gibt der Stadtrat am Montag dem Bebauungsplanentwurf für das Gewerbegebiet Weiden West IV. Bild: GBI
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Der Entwurf des Bebauungsplans für das insgesamt 74,5 Hektar große Gebiet (die reine Gewerbefläche beträgt 47 Hektar) und die Ergänzung des Flächennutzungsplans sind erst einmal durch. Es folgt die Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange. Im nächsten Jahr könnten Satzungsbeschluss und Rechtsverbindlichkeit folgen. Dann muss auch der Preis feststehen, der derzeit per Gutachten vom Finanzministerium ermittelt wird. Allein die Erschließungskosten schlagen mit 50 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Interessenten gibt es bereits, auch hochinteressante. Allerdings ist einer wegen der Zeitverzögerungen durch Personalknappheit im Bauamt bereits abgesprungen und hat in Tschechien gesiedelt. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß spricht am Montag dennoch von einem "Riesenschritt", Richter von einem "Signal" und "74,5 Hektar Zukunft für die Region". Das Gewerbegebiet werde Weiden "epochal voranbringen", meint Stefan Rank (Bürgerliste).

Er hatte zunächst eine Sondersitzung gefordert, um auch Kleinigkeiten diskutieren zu können. Diese sollen nun in das Beteiligungsverfahren einfließen. Rank bezeichnete es als bedauerlich, dass die vermarktbaren Flächen immer kleiner geworden seien. 20 Prozent Grünfläche seien sehr viel, die Erschließung sei sehr großzügig ausgefallen. Vieles erinnere an ein Wohngebiet.

Netto 47 Hektar für die Betriebe seien nicht unbedingt viel, sagte auch Alois Lukas, der sich ebenso wie sein CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch voll hinter das Projekt stellte, das bis zu 2500 Arbeitsplätze bringen soll. "Seit 2011 kämpfen wir darum." Allerdings von den 40 Metern Höhe, die für ein Hochregallager zulässig sein sollen, hörte Lukas am Montag das erste Mal. Die Gebäude sollen sonst hauptsächlich zwischen 10 und 20 Metern hoch sein. Verbunden werden die Grundstücke mit einer 45 Meter breiten Transversale, die so extrem ausfällt, weil bereits innerhalb des Areals notwendige Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Bedenken von Hans-Jürgen Gmeiner (CSU) wegen des Oberflächen- und des Schmutzwassers konnten die Planer ausräumen. Für das zusätzliche Abwasser soll insgesamt ein sehr geringer Betrag fällig werden. Gisela Helgath (Grüne) findet das Gewerbegebiet schöner als viele Bereiche in der Innenstadt. Zusammen mit ihrem Fraktionsvorsitzendem Karl Bärnklau lehnte sie aber dennoch den Entwurf des Bebauungsplans und die Erweiterung des Flächennutzungsplans ab. (Angemerkt)

Wir haben schon hochinteressante Angebote, auch was die Qualität der Arbeitsplätze betrifft.Kämmerin Cornelia Taubmann

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