14.02.2018 - 18:38 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Gewerkschaft beklagt Situation an Grund- und Hauptschulen Chaos durch Lehrermangel

An Grund-, Mittel- und Förderschulen führt Lehrermangel zu Chaos. An Realschulen und Gymnasien existieren prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Und beim größten bundesdeutschen Träger für Erwachsenenbildung ist der Tarifvertrag ausgelaufen, kein Ersatz in Sicht.

Die Gewerkschaft setzt sich für die Arbeitnehmer ein (stehend, von links): Raul Vitzthum, Heinrich Rewitzer, Josef Bock, Klaus Schuster, Sebastian Volk, Michael Gruschke, Wolfgang Berndt, Peter Hofmann, (sitzend, von links) Anna Forstner, Petra Katens, Horst Ott, Christian Dietl, Alexander Gröbner, Hartmuth Baumann und Rainer Reißfelder. Bilder: Schönberger (3)
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Alles andere als erfreuliche Nachrichten, die Anna Forstner beim Jahrespressegespräch der DGB-Gewerkschaften am Aschermittwoch im "Bräustübl" verkündete. Die stellvertretende Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verwies auf rund 11 000 Mitglieder bayernweit, davon 700 in der Oberpfalz. Sie ist zuversichtlich, dass diese Zahl weiter wächst. Nicht zuletzt weil die Eingruppierung von Lehrern an kommunalen Schulen in Bayern nicht geregelt sei. "In München, Würzburg und Nürnberg sind zum Teil Tausende als Angestellte beschäftigt."

Dabei stelle der Lehrermangel vor allem Grund-, Mittel- und Förderschulen vor enorme Probleme. Die sogenannte Mobile Reserve sei seit Ende November schon wieder fest verplant. "Im Alltag herrscht an den Schulen Chaos." Zum aktuellen Halbjahr müssten in der Oberpfalz 50 Lehrer ersetzt werden, die in den Ruhestand treten. Die Hälfte davon werde durch Realschullehrer ausgetauscht, die umschulen müssten. Ein weiterer Teil durch Studierende, denen die praktische Ausbildungszeit an Schulen noch fehle. Und einige Lehrer hätten "nach langen Gesprächen" den Eintritt in den Ruhestand von Februar auf Juli verschoben, um die Notlage etwas zu verbessern.

Nicht mangelnde Lehrkräfte sondern prekäre Beschäftigungsverhältnisse machten dagegen den Kollegen an Realschulen, Gymnasien und Berufsoberschulen zu schaffen. "Rund 3000 erhalten nur Jahres- oder Halbjahresverträge", ärgerte sich Forstner. Eine Familienplanung sei so nicht möglich. Etwa 1500 hätten sich bereits für die Arbeit an Grund- oder Mittelschulen umschulen lassen. "Das ist aber mit Gehaltseinbußen verbunden. Wir sollten deshalb über gleiche Bezahlung nachdenken, wie es in vielen anderen Bundesländern bereits der Fall ist."

Die Beschäftigungsverhältnisse verbessern, das will die GEW auch im Weiterbildungsbereich. Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (Bfz), eine gemeinnützige GmbH, ließen den Haustarifvertrag auslaufen und hätten auch keine Verhandlungen angeboten, kritisierte Raul Vitzthum. Dabei seien die Bfz bundesweit der größte Träger in der Erwachsenen- und Weiterbildung.

Diese unsichere Tarifsituation habe dem GEW-Kreisverband Weiden-Neustadt-Tirschenreuth viele neue Mitglieder beschert, berichtete der Kreisvorsitzende. Für die werde sich die Gewerkschaft auch stark machen. Seine Zielsetzung für 2018: "Wir wollen die Beschäftigungsverhältnisse im Weiterbildungsbereich und für Honorarkräfte verbessern."

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