10.04.2018 - 18:36 Uhr
Oberpfalz

Gleichberechtigung für alle Verkehrsteilnehmer Fußweg mitten auf der Straße

Seit sechs Jahren liegt das Verkehrsgutachten des Aachener Stadtplaners Dr.-Ing. Reinhold Baier vor. Den sensiblen Bereich zwischen Kurt-Schumacher-Allee und Bürgermeister-Prechtl-Straße hat der Stadtrat dabei bisher geschickt umfahren. Nun liegt ein Vorschlag der Verwaltung für die Straßengestaltung vor: Variante 1.

Platz da. Die Verwaltung schlägt im Zuge einer weichen Separation, einer gleichberechtigten Nutzung des Straßenraums, zwischen dem künftigen Osteingang NOC und der Brücke über den Stadtmühlweg die Ausbildung dreier Plätze vor: auf Höhe des Café Büttner, am Issy-Platz und im Bereich von K+L Ruppert. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Es ist nicht die Lösung, der im Rathaus in den vergangenen Jahren hauptsächlich die Sympathien galten. Das war die Variante 2, die auf der Sedanstraße zwischen den Eingangsbereichen von C&A und NOC bis zum Issy-les-Moulineaux-Platz und von dort auf der Dr.-Pfleger-Straße bis zu K+L Ruppert eine Fußgängerzone vorsieht. Zusätzliche Grünbereiche und ein einheitlicher Bodenbelag sollen für die optische Aufwertung sorgen. Busse wären durchfahrtsberechtigt.

Bei der Variante 1, um die es in Zusammenhang mit einem Antrag der Grünen am kommenden Montag im Stadtrat schwerpunktmäßig geht, dürfen den oben beschriebenen Bereich alle Verkehrsteilnehmer nutzen. Der motorisierte Verkehr muss sich allerdings stark einschränken. So wird der Abschnitt mit einem 2,50 Meter breiten Mittelstreifen als Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer ausgestaltet. Als besonderer Blickfang gelten drei Platzbereiche, die in der Dr.-Pfleger-Straße zwischen der Brücke über den Stadtmühlbach und den Stadtmühlweg sowie in der Sedanstraße zwischen dem östlichen Eingang zum NOC, dem C&A und dem Café Büttner ausgebildet werden. Dazu kommt in der Mitte der schon bestehende Issy-les-Moulineaux-Platz.

Durch den Abbau der Ampelanlagen und weiterer Regulierungen sowie dem Einbau eines einheitlichen Bodenbelags sollen sogenannte "Shared Spaces" entstehen. Dabei handelt es sich um eine Planungsphilosophie, mit der sich vielfältige Nutzungsansprüche an den Straßenraum besser vereinen lassen. Sie wurde in den Niederlanden entwickelt und dient der Verkehrsberuhigung durch eine andersartige Verkehrsraumgestaltung, die auf der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer beruht. Das Verkehrskonzept hält zudem für den Straßenzug eine Tempo-20-Zone für denkbar.

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