07.09.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll ausgebaut werden OTH ist Brücke zu Osteuropa

Alleine in Tschechien seien dreitausend Unternehmen aus Deutschland engagiert, sagt Staatsministerin Emilia Müller bei ihrem Besuch der OTH in Weiden. Dort können deshalb Sprache und Kultur der osteuropäischen Länder jetzt noch mehr Berücksichtigung finden.

Arbeits- und Sozialministerin Emilia Müller (sitzend, Dritte von links) informierte sich an der OTH über das "Kompetenzzentrum Bayern - Mittelosteuropa". OTH-Präsidentin Andrea Klug freute sich über den Besuch. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Die Fördergelder von 1,16 Millionen Euro für das "Kompetenzzentrum Bayern - Mittelosteuropa" (MOE) hatte die bayerische Staatsregierung bereits bei ihrer Kabinettssitzung in Amberg am 4. April zugesagt. Jetzt kam Arbeits- und Sozialministerin Emilia Müller zur OTH nach Weiden, um sich genau darüber zu informieren, was mit dem Geld geschehen soll.

Über einen Satz der Ministerin am Ende des Besuches dürften sich OTH-Präsidentin Andrea Klug und ihre Kollegen am meisten gefreut haben: Die Zusage, dass auch nach Ablauf der zunächst vorgesehenen Förderperiode das Kompetenzzentrum "eine Dauereinrichtung sein wird".

Viel Lob von der Ministerin

Die Ministerin betonte auch, dass mit den vorgesehenen Maßnahmen die bereits vorhandenen Kompetenzen der OTH für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit osteuropäischen Ländern weiter ausgebaut werden können. Generell gab es von der als Ehrensenatorin der Hochschule begrüßten Besucherin viel Lob. So sagte sie unter anderem, dass sich die OTH "zum Juwel in der Oberpfalz" entwickelt habe und dass die Oberpfalz auch viel von der OTH profitiere. Aufgaben und Arbeit des neuen Kompetenzzentrums erläuterte OTH-Präsidentin Klug zusammen mit Marian Mure, der Leiterin des bereits bestehenden Sprachen- und Mittel-Osteuropazentrums der OTH.

Mit den Fördermitteln werden vorrangig die vorhandenen Studienangebote im Bereich Mittelosteuropa erweitert, durch Zusatzkurse für Grammatik und Konversation. Dafür sorgt eine zusätzliche Personalausstattung. Vorgesehen sind eine neue Professorenstelle, zwei Mitarbeiterstellen für osteuropäische Fremdsprachen und eine Verwaltungskraft.

Einen besonderen Ansatz sieht die Präsidentin auch in der Ausrichtung auf Studenten, die Russisch als Herkunftssprache aufweisen. Oftmals könnten diese ihre Muttersprache zwar sprechen, hätten aber beim Schreiben Schwierigkeiten. Ministerin Müller sieht im Angebot der OTH für "Muttersprachler" einen besonderen Standortvorteil. Im Kompetenzzentrum soll jetzt auch das Sprachenangebot im MOE-Bereich auf alle Studiengänge ausgedehnt werden.

Kooperationen vertiefen

Auch E-Learning und "Distance Learning" sollen angeboten werden. Über die Sprache lerne man immer auch die Kultur des anderen Landes kennen, betonten alle Gesprächsteilnehmer. Die derzeit bestehenden dreizehn Hochschulkooperationen könnten vertieft, und neue geknüpft werden. Auch soll der Studentenaustausch im Rahmen von Summer- und Winter-School erweitert werden.

Besonders wichtig ist für Klug und Mure, dass sich das Kompetenzzentrum nicht nur an Studierende wendet. Berufsbegleitend können Unicert-Qualifikationen erworben oder Abendsprachkurse besucht werden. Dass auch die grenzüberschreitenden Forschungskooperationen profitieren, erläuterte Professor Andreas Weiß von der Fakultät Maschinenbau und Umwelttechnik. "Das Kompetenzzentrum soll die Klammer für diese Aktivitäten werden", stellte dieser fest. Alle OTH-Vertreter betonten, dass der Ausbau des Kompetenzzentrums Schritt für Schritt erfolgen solle. Noch seien die zusätzlichen Stellen nicht besetzt und eine Arbeitsgruppe koordiniere die Aufbauarbeit für beide Hochschulstandorte.

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