Grüne fürchten Fracking, Huber widerspricht - Nur Lizenz zur Erkundung
Briten suchen im Weidener Becken nach Öl und Gas

Immer wieder waren in den vergangenen Jahren Ölkonzerne auf der Suche nach Gas- und Ölvorkommen in Bayern. Bevor allerdings das britische Unternehmen Rose Petroleum solche Spezial-Lastwagen mit Vibratoren durch die Oberpfalz fahren lassen darf, muss es dies beantragen. Gemeinden und Grundstückseigentümer müssen gehört werden. Archivbild: dpa

Eine Lizenz zur Gas- und Erdölsuche in der nördlichen Oberpfalz für ein britisches Unternehmen weckt Ängste, zumindest bei den Grünen und der SPD. Sie werfen der Staatsregierung vor, die Tür zum Fracking zu öffnen. Dagegen bleiben Fachleute gelassen.

Umweltminister Marcel Huber (CSU) betont, Bayern lehne Fracking ab: "Der Schutz unseres Grund- und Trinkwassers für nachfolgende Generationen hat höchste Priorität." Sein Ministerium verweist darauf, dass die Briten ausschließlich eine Lizenz zum Erkunden erhalten haben.

"Bohrungen sind auf Basis großräumiger Erlaubnisse nicht zulässig", teilte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums auf Anfrage mit. Über seine Freiburger Tochter Naab Energie GmbH hat Rose Petroleum plc aus London eine dreijährige Lizenz zur Suche nach Kohlenwasserstoffen - das heißt nach Gas und Erdöl - im Weidener Becken erworben, teilte das Unternehmen mit.

Das Gebiet erstreckt sich zwischen Wernberg-Köblitz (Kreis Schwandorf), Marktredwitz (Kreis Wunsiedel), Bayreuth und Sulzbach-Rosenberg - und ist damit deutlich größer als das, was Geologen als Weidener Becken bezeichnen. Weiden spielt allerdings dennoch eine wichtige Rolle: Rose Petroleum beruft sich auf den Erdölfund im Jahr 1989 während einer Bohrung nach Thermalwasser.
Der Regensburger Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol wirft der Staatsregierung vor, die Menschen hinters Licht zu führen. Seine Neustädter SPD-Landtagskollegin Anette Karl stimmt in den Angriff ein. Gelassen reagiert der Leiter des Geozentrums in Windischeschenbach (Kreis Neustadt/WN), Frank Holzförster. Der habilitierte Geologe hält eine Erdölsuche im Weidener Becken nicht für sinnvoll: "Der Ölpreis ist einfach nicht hoch genug."
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