10.01.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hartz IV: Positive Entwicklung Weniger Langzeitarbeitslose

Dreizehn Jahre nach Einführung von Hartz IV ist die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet Weiden um gut die Hälfte gesunken. Nach einer langen Durststrecke gibt es immer weniger Langzeitarbeitslose in Stadt und Land.

Grafik sbü
von Siegfried BühnerProfil

Jahr für Jahr zeichnete sich immer das gleiche Bild ab: Die Arbeitslosigkeit sank fast ausschließlich bei jenen, die Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erhielten. Der Block der Arbeitslosen mit Hartz IV-Bezug, also überwiegend Langzeitarbeitslose im Bereich der Grundsicherung, blieb unverändert.

Die neuesten Zahlen des Jobcenters Weiden-Neustadt zeigen nun, dass allmählich Bewegung in diese Struktur kommt. "Wir erleben vermehrt Fälle von Leistungsbeziehern, die es nach jahrelangem Bezug von Grundsicherung geschafft haben, wieder dauerhaft zu arbeiten", informiert Monika Reichel, stellvertretende Leiterin des Jobcenters Weiden-Neustadt. Dies bestätigt die Statistik.

Zwar verläuft der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Hartz-IV-Bereich nicht so rasant wie im Bereich der Arbeitslosenversicherung, dennoch sinkt auch jener Schnitt allmählich. Dies gilt sowohl für das Stadtgebiet Weiden als auch für den Gesamtbereich des Jobcenters Weiden-Neustadt. So zählte die Stadt Weiden noch vor zwei Jahren 1007 Arbeitslose mit Hartz-IV-Bezug, gegenwärtig sind es lediglich 822. Im gesamten Jobcenterbereich gab es einen Rückgang um zwanzig Prozent auf rund 1500 Arbeitslose.

Wachsender Arbeitsbedarf ist für die Experten von Jobcenter und Arbeitsagentur der hauptsächliche Grund für den Rückgang. Hinsichtlich der Qualifikation seien Arbeitgeber zu mehr Kompromissen bereit. Es zeigte sich, dass auch die Langzeitarbeitslosigkeit innerhalb der letzten zwei Jahre um 16 Prozent auf jetzt 723 Personen sank. Dies gilt auch für die vielen Langzeitarbeitslosen, die eigentlich arbeiten könnten (von 2800 auf 2380). Hierzu zählen auch jene, die an einer Bildungsmaßnahme teilnehmen oder zur Kindererziehung zu Hause bleiben.

Eine Gegenbewegung stellten die Experten allerdings fest: Viele Migranten haben nun ihre Deutschkurse abgeschlossen und sind auf der Suche nach Arbeit. Bei vielen reichen die vorhandenen Deutsch-Kenntnisse noch nicht aus, um die jeweilige berufliche Fachsprache zu beherrschen. Das haben Vermittler im Arbeitgeberservice mehrfach festgestellt. Mit weiteren Qualifizierungsmaßnahmen soll dieses Defizit ausgeglichen werden. Nicht zu vermeiden sei aber ein vorübergehender Hartz-IV-Bezug.

Auch die Hartz-IV-Statistik bestätigt dies. Mit knapp 1400 ausländischen Hartz-IV-Beziehern liegt die Jahressumme gut 20 Prozent über dem Vorjahr. Unter den Langzeitarbeitslosen und Langzeitleistungsempfängern sind Migranten dagegen selten zu finden.

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