Heinrich Rewitzer weiß Beamte dem Treiben jugendlicher Straftäter ausgeliefert
Polizei erwartet Schutz von Justiz

Heinrich Rewitzer von der Gewerkschaft der Polizei. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.02.2018
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Heinrich Rewitzer ist ein Freund der klaren Worte. Und als Sprecher der Gewerkschaft der Polizei spricht er die "Dauerbaustellen" an, mit denen sich die Beamten herumschlagen müssen. Dabei nennt er nicht nur die langen Schichtzeiten, die Überlastung, die Überstunden und die immer noch viel zu kurze Personaldecke in den Inspektionen. Unter dem Spardiktat, das einst Edmund Stoiber dem Freistaat verordnete, leiden ja auch Justiz und Finanzverwaltung. "Das dauert noch Jahre, um das wieder ins Lot zu bringen." Rewitzer stört vor allem, dass es vielen Bürgern an Respekt gegenüber der Polizei, aber auch den Rettungskräften wie Rotem Kreuz oder auch der Feuerwehr fehle.

Rewitzer spricht sogar von zunehmender Gewalt gegen Polizisten. Und fordert deshalb ein deutliches Signal von Politik und Justiz. Die Beamten seien im Auftrag von Staat und Gesellschaft unterwegs und müssten sich nicht beschimpfen, beleidigen, anspucken und schlagen lassen. Gerade bei jugendlichen Straftätern bleibe der Lerneffekt aus, wenn sie von Staatsanwaltschaft und Richtern ständig nur mit Samthandschuhen angefasst würden. "Beim nächsten Mal haben wir wieder die Probleme mit ihnen." Da die oft jugendlichen Rabauken mit einem Strafbefehl von ein paar 100 Euro davonkämen, dächten sie, ihnen könne ja nichts passieren. "Wir wünschen uns ein restriktiveres Vorgehen. Wir können die Richter nicht zwingen, aber sie könnten wirklich etwas machen", gestand Heinrich Rewitzer beim Jahrespressegespräch der DGB-Gewerkschaften.

Leider sehe auch die Politik der Verrohung der Sitten wortlos zu. "Da herrscht das große Schweigen." Gerade die Politik müsse zeigen, "dass sie unserer Arbeit wertschätzt". Die Sorge um die Staatsdiener dürfe eben nicht bei einer besseren Ausrüstung und Schutzbekleidung enden. Rewitzer bedauerte darüber hinaus, dass Beamte nicht streiken dürften. "Unser Dienstherr könnte mit uns machen, was er will, wenn wir nicht die Gewerkschaften hätten."
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Franz Wölfl aus Mitterteich | 19.02.2018 | 12:12  
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