30.11.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hohe Auszeichnung durch Paritätischen Luise-Kiesselbach-Preis für Ursula Barrois

Für ihr Engagement in der Obdachlosenarbeit wird Ursula Barrois vom Verband Paritätische mit dem Luise-Kiesselbach-Preis ausgezeichnet. Bild: Schönberger
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Ursula Barrois , Gründerin und Vorsitzende des Vereins "Die Intiative", erfährt am Dienstag, 5. Dezember, eine besondere Auszeichnung: Am Tag des Ehrenamtes wird sie vom Verband Paritätischen in Bayern, mit dem Luise-Kiesselbach-Preis ausgezeichnet. Bürgerschaftliches Engagement ist der Motor demokratischer Gesellschaften. "Deshalb sagen wir Respekt und Dankeschön an alle, die sich ehrenamtlich engagieren", so Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen.

Angefangen hat alles mit 800 Mark, die Ursula Barrois in den 1970er Jahren als Spende der Weidener Notunterkunft für Obdachlose zukommen lassen wollte. Doch der Besuch in der Notunterkunft war ein so eindrückliches und prägendes Erlebnis, dass Ursula Barrois beschloss, das Geld als Grundstock für ein längerfristiges Engagement vor Ort zu nutzen. Der Verein "Die Initiative" war geboren. "Man muss immer den Menschen sehen, dem Würde gebührt", sagt Ursula Barrois.

Obdachlosen oder von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen ein Stück dieser Würde zurückzugeben und Vorurteile zu bekämpfen, war immer Ziel ihres Engagements und des Vereins. Konkret waren es die Lebensbedingungen in der Notunterkunft Schustermooslohe, die sie insbesondere für Kinder verbessern wollte. Ein Konzept der gezielten Obdachlosen- und Präventionsarbeit wurde entwickelt, um den Zuzug von Familien in die Notunterkunft zu vermeiden. Aus der Initiative wurde die Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. Seitdem ist der Verein kontinuierlich gewachsen - auch weil Ursula Barrois immer wieder "Lücken" im Gemeinwesen entdeckt und schließen will. Der Verein ist anerkannter Träger der Jugendhilfe und Betreuungsverein und wurde mit Bundesmitteln gefördert im Projekt "Soziale Stadt". Wie sie das alles geschafft hat mit fünf eigenen Kindern zu Hause? "Ich war nie allein mit meinen Anliegen", sagt Ursula Barrois. "Ich bin ein Mensch der Vernetzung, des Miteinanders." Auch in ihrem Verein sieht Ursula Barrois eine Brückenfunktion zwischen verschiedenen Akteuren und einen Begegnungsort, um Vorurteile abzubauen.

"Zeit ist eine besondere Qualität des bürgerschaftlichen Engagements", so Berndl. In Kliniken, Pflegeheimen usw. fehle es den Hauptamtlichen mehr an Zeit, intensiv auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen. Deshalb gewinne die Zeit, die die Ehrenamtlichen einbringen, zusätzlich an Bedeutung. Berndl: "Viele Aufgaben können nur in einem guten Miteinander von Haupt- und Ehrenamt erbracht werden."

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