06.04.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

IG Metall Jugend bringt Forderungen ins SPD-Wahlprogramm Rechte der dualen Studenten stärken

Duale Studenten haben immer noch keine rechtliche Absicherung wie Auszubildende, sagt Matthias Scherr, als Fachsekretär der IG Metall für die Jugend zuständig bei einem Pressegespräch. "Die Dualis arbeiten zwar mit den Azubis zusammen, haben aber zum Beispiel kein Recht, von einem in ihrem Bereich kompetenten Fachbetreuer betreut zu werden."

Die IG-Metall-Jugend setzt sich für die Rechte der Auszubildenden und dualen Studenten ein. Fachsekretär Matthias Scherr (von links) und die Jugendvertreter Sara Kühltau sowie Matthias Winkler stellten die Kampagne zur Novellierung des Bundesbildungsgesetzes vor. Bild: jut
von Julian Trager Kontakt Profil

Da das Berufsbild noch relativ neu sei, ist es nicht im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Das möchte die IG Metall ändern. Da die Novellierung des Gesetzes von 2005 im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung steht, hat sich die IG Metall etwas Spezielles überlegt, um Einfluss auf die Gesetzesänderung zu nehmen. "Wir wollten nicht, dass es durchgewunken wird. Sondern, dass unsere Kernforderungen einfließen", sagt Scherr. Einen ersten Erfolg habe man bereits erzielt: Die Novellierung wie geplant werde in dieser Legislaturperiode nicht mehr erfolgen. Und: "Die SPD hat unsere Forderungen in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Die Linke hat deswegen einen Antrag im Bundestag gestellt."

Erreicht wurde das mit einem "neuen Weg der Kampagnenführung", erklärt Scherr. Bundesweit flächendeckend habe die IG Metall in den Wahlkreisbüros der Bundestagsabgeordneten angerufen und ihre Anliegen weitergegeben. "Von da ist das Thema nach Berlin gekommen. Plötzlich wurde dort darüber gesprochen. Wir haben's geschafft, unsere Themen zu platzieren."

Für Übernahmegarantie

Die IG Metall forderte unter anderem eine Übernahmegarantie, eine "existenzsichernde statt angemessene" Vergütung und Lehrmittelfreiheit. Alle Kosten rund um die Berufsschule sollen vom Arbeitgeber getragen werden. Die Berufsschulzeiten sollen voll angerechnet werden - unabhängig vom Alter. In den Evaluierungsbogen des Bildungsministeriums sei allerdings nicht alles aufgenommen worden. Scherr beklagt: "Unsere Fragen zur gesetzlichen Ausbildungsgarantie, einer Übernahme nach der Ausbildung und zur Lehrmittelfreiheit sind ignoriert worden."

Parallel zu der Kampagne wurden 531 Auszubildende und duale Studenten aus 19 Betrieben der Nordoberpfalz zu ihrer Ausbildung befragt. "Das Thema Ausbilder ist besonders positiv bewertet worden." Aber: Es gebe teilweise zu wenige Ausbilder für die Menge an Azubis. Die dualen Studenten seien vor allem mit ihrer unsicheren rechtlichen Situation unzufrieden.

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