Im Sozialkaufhaus der Diakonie
Arbeit steht im Mittelpunkt

Alles ist im Werkhof Weiden schon für Ostern hergerichtet: Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Zweiter und Dritter von links) werden von Betriebsleiter Stefan Drabsch und Geschäftsführer Markus Friedrich durch die Räume geführt. Bild: Bühner
Politik
Weiden in der Oberpfalz
08.03.2018
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Vor mehr als 20 Jahren wurde der Werkhof der Diakonie eingerichtet. Heute heißt er offiziell "Ostbayerische Dienstleistungsagentur" und wird als gemeinnützige GmbH betrieben. Vieles hat sich verändert.

Längst ist es zur festen Einrichtung in Weiden geworden: Das Sozialkaufhaus in der Oberen Bauscherstraße lockt täglich Hunderte Kunden, jährlich sind es nach Auskunft des Geschäftsführers Markus Friedrich rund 50 000. Im Mittelpunkt stehen die sozial Schwächeren, denen Haushaltsgegenstände und Möbel zu günstigen Preisen angeboten werden. Schnäppchenjäger werden aber auch nicht ausgesperrt, schließlich geht es ebenso um den Recycling-Gedanken.

Der eigentliche Zweck erschließt sich nicht auf den ersten Blick: Langzeitarbeitslose sollen an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Beim Besuch von OB Seggewiß und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher steht dieses Thema im Mittelpunkt. "Wir brauchen dringend einen zweiten Arbeitsmarkt", sagt der Oberbürgermeister. Der "Kahlschlag", den der Gesetzgeber im letzten Jahrzehnt bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen vorgenommen habe, sei ein Fehler gewesen. Auch Höher stimmt dem zu. Er verweist darauf, wie wichtig es für Langzeitarbeitslose und ihre Familien ist, dass durch feste Arbeitszeiten wieder ein geregelter Tagesablauf eintritt.

Das geht nur mit Förderung. Politik und Gesellschaft müssten akzeptieren, dass es Langzeitarbeitslose gibt, die unter den heutigen Bedingungen kaum eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Noch ist es gelungen, immer wieder Förderprogramme zu finden, um den Geschäftsbetrieb in Sozialkaufhaus und Dienstleistungsagentur aufrechtzuerhalten. Friedrich machte deutlich, dass dies ein ständiger Spagat sei: Zwischen dem Bedarf an eingearbeiteten Kräften und der Verpflichtung für Neue. Hilfe bieten die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Sie machen knapp die Hälfte des 37-köpfigen Gesamtpersonals an den vier Standorten Weiden, Vohenstrauß, Tirschenreuth und Cham aus. Auch eine Integrationsfirma für Schwerbehinderte gehört zum Konzept. Vier Arbeitsplätze sind als sogenannte Zuverdienstarbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer eingerichtet.

Die meisten Fördermittel fließen derzeit aus dem Bundesprogramm "Soziale Teilhabe", vom Bezirk Oberpfalz sowie vom Inklusionsamt. Höher sagte zu, dass der Bezirk an der Förderung der Dienstleistungsagentur festhalten wird. Sorgen bereitet den Verantwortlichen, dass das Bundesprogramm "Soziale Teilhabe" Ende 2018 ausläuft. Sie hoffen auf neue Programme, angekündigt in der Koalitionsvereinbarung.

Keine Sorgen hat Betriebsleiter Stefan Drabsch, was den Zugang an Möbeln, Kleidung, Büchern und vielen anderen Angeboten im Sozialkaufhaus angeht. Die Nachfrage der Kunden nach Möbeln habe abgenommen, dagegen werden immer mehr Kleidung und kleinere Haushaltsgegenstände gesucht.
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