Jahresabschluss-Reden im Stadtrat
Bei Schulen keine Einstimmigkeit

Politik
Weiden in der Oberpfalz
21.12.2016
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Auf ausdrücklichen Wunsch der Fraktionen haben ihre Sprecher am Montag in der letzten Stadtratssitzung des Jahres wieder Abschlussreden gehalten. Dabei kam es trotz der zuvor demonstrierten Einigkeit auch zu mancher Spitze gegenüber dem politischen Mitbewerber. So warf Christian Deglmann (Bürgerliste) der SPD vor, beim Thema Neubau oder Sanierung der Realschulen nicht richtig rechnen zu können.

Zunächst aber war Karl Bärnklau (Grüne) an der Reihe. Ihm ist vor allrem bei den großen Fraktionen die oftmals demonstrierte Einstimmigkeit ein Dorn im Auge. Und er zitierte dazu den Unternehmer und Autor Carsten K. Rath mit den Worten "Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, hat einer nicht nachgedacht".

Deglmann forderte in Reimform: "Eine Schule kann man auch mal streichen, wenn die Schüler nicht mehr reichen". Der Name für das neue Einkaufszentrum, Nordoberpfalz-Center (NOC), hat ihn nicht überzeugt: "Nordoberpfalz, wo ist das denn genau, ist es Waldsassen oder doch eher Letzau?"

Wie schon Deglmann bedauerte auch Wolfgang Pausch (CSU) den Weggang von Baudezernent Hansjörg Bohm. Er sei ein kreativer Visionär gewesen. Anlässlich der Grundsteinlegung für das Fondara-Projekt betonte der CSU-Fraktionschef das volle Vertrauen des gesamten Stadtrats in den Investor. Überhaupt habe der Stadtrat oft an einem Strang und in eine Richtung gezogen. Weiden habe inzwischen 45 157 Einwohner und freue sich auf das Gewerbegebiet West IV. Bei den Realschulen allerdings sei man keinen Schritt weitergekommen.

Vor dem Hintergrund der positiven Einwohnerentwicklung bekannte Roland Richter (SPD), dass er die Demografie-Diskussionen satt habe. "Man muss nicht alles glauben, was in Gutachten steht." Das Thema Flüchtlinge hätten die Vorredner gar nicht mehr erwähnt, stellte Richter fest. "Die Stadt hat das vorbildlich gehandhabt." Den OB lobte er über den grünen Klee. "Der hat's mit uns wirklich nicht leicht." Grundschulen will der SPD-Fraktionschef nicht schließen, dafür aber ein neues Kino öffnen. Er dankte auch dem politischen Mitbewerber ("Ohne Sie wär's halb so schön") und der Bevölkerung. "Viele packen an und schauen nicht auf sich." Als Beispiel nannte er die "Tafel" mit Josef Gebhardt.

Eine Schule kann man auch mal streichen, wenn die Schüler nicht mehr reichen.Dr. Christian Deglmann, Fraktionschef der Bürgerliste
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 22.12.2016 | 10:55  
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