23.01.2017 - 02:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz Der Kampf geht weiter

Der Bund Naturschutz will beim Waldschutz am Ball bleiben. Bei der Jahreshauptversammlung steht deshalb vor allem ein Thema im Mittelpunkt.

Auch nach den Neuwahlen bleibt vieles beim Alten beim Bund Naturschutz: Sonja Schuhmacher (Fünfte von links) ist weiter Chefin. Außerdem will sich die Vorstandschaft weiter gegen das Gewerbegebiet West IV einsetzen. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Sonja Schuhmacher bleibt dabei: "Wir sind gegen das geplante Gewerbegebiet Weiden-West IV. Nicht nur, weil der Wald für den Klimaschutz und für das Überleben seltener Arten so wichtig ist", erklärte die Vorsitzende bei der Hauptversammlung der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) im Schützenhaus. Nicht außer Acht lassen sollte man zudem den Erholungswert für die Menschen. "Wir meinen auch, dass sich dieses Vorhaben nicht rechnet, und fordern daher von der Stadt Weiden eine belastbare Kostenkalkulation und den Quadratmeterpreis für die voraussichtlich unverkäuflichen - weil zu teuren - Flächen." Immerhin habe der BN über eine Online-Petition mehr als 35 000 Unterstützer aus ganz Bayern gefunden.

Gegen Stromleitungen

Am 19. Februar werde man wieder unter Leitung von Hans Babl gemeinsam durch den Wald wandern, ihn reinigen, prüfen und Nistkästen ersetzen. Treffpunkt ist am Sportplatz Weiden-West, Zur Waldrast.

Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kämpfe die Ortsgruppe auch gegen die geplanten Stromleitungen in Nordostbayern und die Ertüchtigung des Ostbayernrings. Anders als vielfach behauptet, dienten diese Leitungen nicht den erneuerbaren Energien, sondern den Braunkohlestrom aus der Lausitz und dem Atomstrom aus Temelin. Klimaschutz sehe anders aus, betonte Schuhmacher. Und: "Auf den Stromkunden kämen Kosten von 16 Milliarden Euro zu."

In ihrem Rückblick ging die Vorsitzende auf zahlreiche Aktivitäten ein. Vorträge über energetische Gebäudesanierung, die Vielfalt im Kiefernwald oder Biber in der Stadt waren darunter. Allesamt seien gut besucht gewesen. Revierförster Hans Babl habe zudem heimische Wälder und Flussauen erläutert. Auch mit den Grünen, mit Greenpeace und der ÖDP arbeite man eng zusammen. Einmal sei es um den Erhalt der Demokratie gegangen, ein andermal um Fracking im Weidener Becken. Dass die Aufsuchlizenz der Fracking-Firma Rose Petroleum nicht verlängert worden sei, liege nicht zuletzt am Bündnis "Abgefrackt - Weidener Becken gegen Fracking".

Schuhmacher bleibt Chefin

Johann Mayer von der Bürgerenergiegenossenschaft West berichtete über den "Regionalstrom Nordoberpfalz". 15,9 Millionen Euro hätten die Bürger in das Projekt investiert. "Wir nehmen weiterhin Mitglieder auf. Die können sich für 500 Euro einkaufen." Wie Mayer betonte, sei die Genossenschaft weiterhin auf Expansionskurs. "Wir erheben keine Verwaltungsgebühren." Als Liegenschaften zählte er unter anderem auf: Barbaraberg, Martinsheim, Frankental. Erst kürzlich habe die Genossenschaft zwei Windräder gekauft. Die erzeugten 14 Megawatt Strom. Der Strom sei zu Hundert Prozent erneuerbar. 25 Prozent davon erziele man aus regionalem Solarstrom.

Ergebnisse der Neuwahlen: Vorsitzende bleibt Sonja Schuhmacher, Stellvertreter Hans Babl, Kassierin Andrea König, Schriftführerin Irmi Eckel-Schönig, Beirat Günter Stalinski, Kassenprüfer Georg König.

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