25.10.2017 - 22:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Jetzt red i" in Weiden: Was muss die Politik nach der "Wutwahl" liefern? Keine Antworten, keine Konzepte

Nicht in florierenden Firmen wie Witt Weiden, sondern im Werkhof beginnt für die Zuschauer der Abend. Der Dreh in einer sozialen Einrichtung passt ja auch besser zu "Jetzt red i", wenn das Bayerischen Fernsehen Arbeitslosigkeit, Altersarmut und Wohnungsnot in Weiden deutlich machen will.

Tilman Schöberl ist das Gesicht von "Jetzt red i". Der Kepler-Gymnasiast Karim (zweite Reihe, links) erhielt für seine Frage, warum er denn, obwohl gut integriert und leistungswillig, wieder zurück nach Afghanistan müsse, den stärksten Beifall der BR-Live-Sendung am Mittwochabend. Bilder: Schönberger (2)
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Den Bogen vom Zuspieler aus dem Sozialkaufhaus der Diakonie hin zum Thema des Abends "Nach der Wutwahl - jetzt muss die Politik liefern", schafft auch ein Moderatoren-Profi wie Tilmann Schöberl kaum. An ihm liegt es dann am Mittwochabend, die knappen Redezeiten an so unterschiedliche Gesprächsteilnehmer (allesamt Bundestagsabgeordnete) wie Albert Rupprecht (CSU), Dieter Janecek (Grüne) und den umstrittenen AfD-Funktionär Petr Bystron zu verteilen.

Schnell auf den Punkt zu kommen, heißt es für die Bürger. OB Kurt Seggewiß kritisiert das Bayerische Fernsehen, warum es ausgerechnet den vom Verfassungsschutz beobachteten AfD-Landesvorsitzenden Bystron in Weiden ein Forum bietet. Und dann läuft der Abend wie befürchtet. Die brennenden sozialen Fragen von Altersarmut, Mindestlohn, Rente, Wohnungsnot, steigenden Mieten, innerer Sicherheit (Drogenkriminalität, Polizeipräsens) werden von den Bürgern zwar angesprochen. Aber sie bleiben letzten Endes nur Randnotiz. Immerhin erfahren die 100 Bürger "in der BR-Arena" , dass die AfD den Mindestlohn nicht erhöhen will: Wo ein AfD-Funktionär ein Mikro in Händen hält, kocht das Thema Asyl. Dem gut integrierten Kepler-Gymnasiasten Karim kann Bystron nicht erklären, warum er wieder zurück nach Afghanistan muss. Bericht folgt

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