27.02.2017 - 18:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jugendamt wirbt für Programm "Kita-Einstieg" Billige Bildungshilfe

Es soll Kindern helfen, die es sonst schwerer haben. Und für die Stadt ist es auch noch "fast geschenkt", wie Jugendamtsleiterin Bärbel Otto sagt. Gemeint ist das Programm "Kita-Einstieg" des Bundesfamilienministeriums. Die Stadt hat ihr Interesse daran bereits schriftlich bekundet. Frühestens ab April wird feststehen, ob sie auch einen Antrag stellen darf. Werbung dafür macht Otto aber schon einmal - im Jugendhilfeausschuss stellt sie die Grundzüge des Programms vor.

von Franz Kurz Kontakt Profil

Ziel ist, Kindern mit besonderen Zugangshürden den frühen Einstieg ins deutsche Bildungs- und Betreuungssystem zu ermöglichen. In Weiden würde es sich vor allem an zwei Gruppen richten. Zum einen an Flüchtlingskinder. 101 gibt es derzeit in der Stadt, von denen nur 31 in lokalen Einrichtungen betreut werden. Oft kennen die Eltern das deutsche System einfach nicht, so Otto. Oder sie tun sich aufgrund traumatischer Erfahrungen schwer, ihre Kinder in die Obhut anderer zu geben. Dabei könnten die Kleinen nicht zuletzt sprachlich beispielsweise vom Besuch einer Krippe profitieren.

Die zweite Zielgruppe sind "bildungsferne Familien". Nach Angaben des Jugendamts sind es momentan rund 75 Drei- bis Siebenjährige aus prekären Verhältnissen, die keinen Kindergarten besuchen. Auch für sie könnte die Förderung dort besonders wertvoll sein. Aber teils scheitere es schon daran, dass die Eltern kaum in der Lage seien, die Kinder regelmäßig zur Einrichtung zu bringen.

Mit dem Programm will und kann die Stadt natürlich niemanden zwingen, seine Kinder in eine Einrichtung zu geben, wenn der prinzipiell nicht will. Aber es soll helfen, wenn der Besuch an anderen Dingen scheitert. Nach Vorstellung der Stadt würde ein Träger eine Beratungsstelle einrichten. Dessen Mitarbeiter würden unter anderem die Eltern aufsuchen, ihnen Vorteile einer Kita-Betreuung erklären und bei Formularen helfen. Eine der weiteren Aufgaben wäre die Beratung des Kita-Personals zum Umgang mit den Kindern.

Das alles kostet natürlich. Aber die Fördersumme sei nunmal sehr attraktiv, so Otto. Sie beträgt - bei einer Laufzeit bis zum Jahr 2020 - bis zu 150 000 Euro im Jahr. Die Stadt müsste zwar einen Eigenanteil von 10 Prozent beisteuern. Aber das ist auch in Form von Personal möglich. Beispielsweise von Leuten im Rathaus, die sowieso in diesem Bereich arbeiten, wie Otto verdeutlicht. Unterm Strich, so die Jugendamtsleitern, sei das eine Chance, "die wir uns nicht entgehen lassen dürfen".

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.