08.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Jugendhilfeausschuss diskutiert Krippenstandort in Rothenstadt "Jammern auf hohem Niveau"

In der Stadt Weiden fehlen zwei Kinderkrippen-Gruppen. Die sollen in Rothenstadt und bei den Stadtteilen Lerchenfeld und Stockerhut entstehen - doch es gibt Probleme.

Auf dem Areal der alten Turnhalle in Rothenstadt soll mindestens eine Kinderkrippen-Gruppe entstehen. Bild: Schönberger
von ​Tina Sandmann Kontakt Profil

Der Stadtrat hat die Krippengruppen bereits genehmigt. Die Planung für Rothenstadt läuft. "Für die Förderung sieht's gut aus. Der Antrag bei der Regierung wird bald eingereicht. Der Bau beginnt in diesem Jahr", sagte Bärbel Otto, Stadtjugendamtsleiterin, im Jugendhilfe-Ausschuss.

Die Stadtteile Lerchenfeld/Stockerhut brauchen die zweite Krippengruppe. Die Pfarrei Herz Jesu hatte überlegt, diese zu bauen. Doch: "Es gibt eine Absage von Herz Jesu", sagte Otto. "Die Pfarrei hat von der bischöflichen Finanzkammer die Mitteilung bekommen, dass sie nur ein Projekt ausführen darf - das ist der Neubau des Pfarrheims", erklärte Hermann Hubmann, Rechts- und Sozialdezernent, auf Nachfrage.

"Sobald es neue Baugebiete gibt, reservieren wir uns einen Bereich. Wir spekulieren auf das SV-Gelände", sagte Otto. "Wir können mit der Krippe nicht warten, bis sich beim SV was tut. Da schlafen wir ja ein", kritisierte CSU-Stadträtin Stefanie Sperrer. Sie informierte, dass es das Angebot gäbe, die zweite Gruppe in Rothenstadt unterzubringen. Laut Hubmann sei als Standort das Areal der alten Schulturnhalle vorgesehen. "Der Investor, der das Gelände gekauft hat, hat angeboten, für zwei Gruppen in Rothenstadt zu bauen."

"Herz Jesu wäre optimal gewesen", bedauerte Ursula Barrois von der "Initiative". "Klar ist man mit dem Auto schnell in Rothenstadt. Aber die Bewohner der beiden Stadtteile haben oft kein Auto." Miriam Pausch vom Jobcenter Weiden-Neustadt befürchtete ebenfalls, dass viele Bewohner der Stadtteile Lerchenfeld und Stockerhut ihre Kinder nicht nach Rothenstadt bringen würden.

Auch Stadträtin Sperrer bedauerte, dass die Unterbringung bei Herz Jesu nicht möglich ist. "Für das Eck wäre es das beste, aber dort kriegen wir die nächsten drei Jahre keine Krippe hin. Weiden hat sich positiv entwickelt. Wenn wir warten, entstehen Lücken." "Ich sehe das Problem, aber wir brauchen die Krippenplätze. Viele Menschen ziehen nach Weiden", sagte Bürgermeister Lothar Höher: "Können wir ohne Herz Jesu den Bedarf decken?" Für Stefanie Sperrer stand das nicht zur Debatte: "Wir haben keine andere Wahl. Für Bequemlichkeit habe ich kein Verständnis. Das ist für mich Jammern auf hohem Niveau." Der Stadtrat soll sich jetzt mit dem Standort Rothenstadt und der Verkehrsanbindung befassen.

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