09.07.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kampflos das Feld überlassen

Andrea Scharnetzky ist neue Kreissprecherin der Grünen. Die 29-jährige Pädagogin will die klassischen Themen Ökologie und Bildungspolitik zu ihrer Agenda machen. Sonja Schuhmacher kritisiert das Engagement ihrer Partei: Bei der Diskussion über Stromtrassen hätte sie anderen Parteien "kampflos das Feld überlassen".

Andrea Scharnetzky (Mitte) ist neue Kreissprecherin bei den Grünen, die in der Jahreshauptversammlung ihren Kreisvorstand neu wählten. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

"Politisch habe ich mich bisher im Bereich Arbeit für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagiert", sagte die gebürtige Chemnitzerin bei der Jahreshauptversammlung der Grünen im "Hotel Stadtkrug". Die Kreischefin arbeitet beim Bayerischen Jugendring und ist in der Drogenprävention "Need no Speed" und bei der mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus. Für die Grünen will sie sich auch in diesen Bereichen engagieren.

Unmut über Umsetzung

Zweiter Kreissprecher Korb setzt sich weiterhin für Umwelt, Klimawandel, Energiewende, Elektromobilität, gegen Stromtrassen und für gute Wasserqualität ein.

Der bisherige zweite Kreissprecher Stefan Helgath stellte sich nicht mehr zur Wahl. Er begründete seinen Schritt mit der schleppenden Umsetzung von Anträgen. Er erinnerte mit einer alten Blaupause daran, dass vor 25 Jahren eine aus privaten Mitteln finanzierte Planung der Grünen für die Radweg-Führung am Kolpingplatz nun realisiert würde. "Wenn ich mir überlege, dass ich heute einen Antrag stelle, der in einem Vierteljahrhundert verwirklicht wird, dann wäre ich bis dahin vielleicht nicht mehr am Leben oder dement und würde das gar nicht mitbekommen."

Bericht der Fraktionsarbeit

Die bisherige Kassiererin Andrea König und der bisherige Schriftführer Günter Stalinski waren ohne Gegenkandidaten, sie wurden einstimmig in ihren Positionen bestätigt. Hans Babl, Karl Bärnklau, Gisela Helgath, Sonja Schuhmacher und Veit Wagner wurden zu Beisitzern gewählt. Jens Thümmler wurde Kassenprüfer. Veit Wagner berichtete über die Arbeit der Grünen Stadtrats-Fraktion: Zum Bauvorhaben am Parkhaus Naabwiesen wurde ein Vororttermin vereinbart. Besonderes Interesse gilt dabei dem Fuß- und Radweg am Grünzug neben dem Stadtmühlbach - und natürlich dem Grünzug selbst. Aufgrund des Grünen-Antrags zum Frühjahrsholzschnitt und zur Grünversorgung sei seitens der Verwaltung umfangreich berichtet worden. Leider habe sich keine Mehrheit für eine Verbesserung der ökologischen Struktur in Weiden gefunden.

Die Grünen hätten gegen den Nachtragshaushalt gestimmt, da die Kosten durch zusätzliche Planungsaufwendungen für das Industriegebiet Weiden-West IV in Höhe von 170 000 Euro noch durch indirekte Kosten von bis zu einer Million Euro an anderer Stelle erhöht würden.

Mangelndes Engagement

Sonja Schuhmacher kritisierte, dass über die geplanten Stromtrassen umweltschädlicher Braunkohlestrom nach Bayern komme und warf ihrer Partei mangelndes Engagement vor. Sie hätten kampflos das Feld anderen Parteien überlassen. Nur einige Kreisverbände zeigten Flagge. So sei nur sie zusammen mit Karl Bärnklau beim Aktionsbündnis gegen den Südostlink in München gewesen.

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