03.05.2018 - 19:38 Uhr
Oberpfalz

kBürgerversammlung: Entwicklung in den Naabwiesen mit Ideen füllen Innenstadt ins Visier genommen

Die Bebauung des Naab- wiesen-Großparkplatzes, Verwaltungsturm, der neue Stadtplatz und die Verlagerung des ZOB - all das steht im Mittelpunkt der Bürgerversammlung. "Alles erstmal nur eine Idee, für einen Zeitraum von 15 Jahren", zieht OB Seggewiß selbst die Handbremse.

Werner Wilzek, Gästeführer der Stadt Weiden, sorgt sich bei der Bürgerversammlung um die Reisebusse, die Touristen in die Stadt bringen und ebenfalls Stellflächen brauchen. Eine Tiefgarage unter dem bisherigen Naabwiesen-Großparkplatz sei für die großen Fahrzeuge nicht nutzbar. Wohin also mit den Reisebussen? Bilder: Schönberger (2)
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Eine Stunde widmen sich Kurt Seggewiß sowie Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel dem Naabwiesen-Areal. Sie stellen (wie bereits in der Sondersitzung des Stadtrats) die städtebauliche Machbarkeitsstudie von Architekt und CSU-Stadtrat Karlheinz Beer sowie die Ergebnisse des Stadtplanungsbüros Dragomir vor, das mit dem "Blick von außen" auf die Innenstadt geschaut hat. Die Erkenntnisse über Potenziale und Defizite decken sich in vielen Bereichen. Großer Vorteil der Vorausplanungen für die Naabwiesen-Bebauung ist laut Seggewiß, dass die Stadt bzw. die SGW Stadtbau die rund 24 000 Quadratmeter (einschließlich Grünzug am Stadtmühlbach) besitzt. Anders als etwa bei der Stadtgalerie "sagen wir, wo's langgeht, nicht der Investor". Die Stadt wolle einen städtebaulichen Ideenwettbewerb "lostreten", um rechtzeitig die richtigen Weichen zu stellen.

Horst Kleinschmidt (wohnt in der Johannisstraße) eröffnet die Diskussionsrunde. Die Absicht der Stadt, den Grünzug entlang des Stadtmühlbachs zu stärken, wie in einer der Leitplanken für den Ideenwettbewerb vorgegeben, werde durch aktuelle Bauvorhaben wie dem geplanten Neubau der SGW-Zentrale bereits jetzt konterkariert.

Herbert Tischler fragt nach dem künftigen Standort des Zentralen Omnibus-Bahnhofes, der nach der Beer-Studie parallel zur Leibnizstraße angeordnet werden soll. "Noch ist da nichts gehauen und gestochen", meint Seggewiß. Der Oberbürgermeister geht ans Fenster, weist auf die Blechlawine auf dem Großparkplatz. "Seht raus. Findet ihr das so toll, dass das alles so bleiben soll? Wir wollen die Innenstadt entwickeln."

Baudezernent Seidel verspricht eine enge Abstimmung mit dem ÖPNV-Betreiber. Und Bus-Unternehmer Wolfgang Wies macht deutlich, dass der jetzige Standort in den Naabwiesen für den ZOB optimal sei. Dieser garantiere die gute Erreichbarkeit der Innenstadt, liege aber auch im Zentrum der Stadtlinien mit zusätzlicher Anbindung an den Überlandverkehr. Ein ZOB am Bahnhof könne dies nicht leisten.

Mut zum Turm

Der Abatay-Tower auf dem Areal des Josefshauses biete die einmalige Chance, Wohnraum zu schaffen und ein ganzes Stadtviertel aufzuwerten. Der Oberbürgermeister solle dieses Projekt deshalb zu seiner Chefsache erklären, forderte Jörg Metzig bei der Bürgerversammlung. Die Stadt müsse verstärkt in die Höhe bauen lassen, stimmte Seggewiß zu. "Von der Idee her hat mir der Vorschlag gefallen. Aber müssen es gleich 17 Geschosse sein? Wir haben noch keinen Bauantrag, keine Anfrage. Wir sehen, dass der Turm provoziert. Es gibt viel Zuspruch." Grundsätzlich müsse Weiden höhere Häuser zulassen, betonte auch Bürgermeister Lothar Höher. "Wir haben einen Nachfrageboom bei Wohnungen, aber ein weiterer Flächenverbrauch ist nicht mehr vertretbar." Baudezernent Oliver Seidel betonte, dass es keine Vorgaben gebe: "Das Vorhaben ist imposant. Es muss die öffentliche Diskussion aushalten. Wir haben ein Meinungsbild der Bürger." (wd)

Kino möglich

Das Drehbuch ist geschrieben: Die Stadt will Flächen der Sparkasse am Schmellerweg erwerben und einem Kino-Investor anbieten. Es gebe Interessenten, betonte OB Seggewiß. Zu einem Multiplex auf dem Großparkplatz sagte er: Kino-Investoren müsse klar sein, dass dort ein Quadratmeter nicht für 100 Euro zu haben sei. Eine andere Gruppe habe sich für Weiden-Nord beworben, aber nicht zugegriffen. "Das Grundstück ist jetzt weg." (wd)

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