09.02.2018 - 17:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Kein sozialer Wohnungsbau an Gabelsbergerstraße Idee neben Friedhof beerdigt

Die Verwaltung hat sich viel Mühe gemacht und einen ausführlichen Sachstandsbericht erstellt. Dabei geht um die Schaffung von bezahlbarem Mietwohnraum für Haushalte, die sich am Markt selbst nicht angemessen versorgen können. Dazu gibt es ein Programm, den Wohnungspakt Bayern. Im Juli 2017 beschloss der Stadtrat die Teilnahme, benennt auch Grundstücke. Für eine 3100 Quadratmeter große Fläche an der Gabelsbergerstraße sollte jetzt im Bauausschuss sogar ein mit 60 Prozent bezuschusster Architektenwettbewerb gestartet werden.

"Ich wundere mich zwar, nehme es aber zur Kenntnis." Zitat: Baudezernent Oliver Seidel über die Entscheidung des Bauausschusses, an der Gabelsbergerstraße nördlich des Friedhofs lieber Parkplätze einzurichten als Sozialwohnungen zu bauen
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Doch daraus und auch aus dem ganzen 7-Millionen-Projekt wird nun gar nichts. Der elfköpfige Bauausschuss sprach sich am Donnerstag einstimmig gegen den Bau von Sozialwohnungen und die Anlage von Parkmöglichkeiten aus. Der erste Diskussionsbeitrag von Hans Sperrer (CSU) gab bereits die Richtung vor. "Strikt dagegen" sei er, und er betonte die Notwendigkeit von Parkplätzen vor allem für die Besucher des danebenliegenden Stadtfriedhofs. Insbesondere älteren Menschen, die mit Geräten und Eimern zur Grabpflege kommen, könne man lange Wege nicht zumuten. Sperrer sprach sich dafür aus, die Fläche, die jetzt schon als Parkplatz benutzt werde, zu befestigen. Baudezernent Oliver Seidel erinnerte daran, dass der Stadtrat bereits einen Beschluss für den Standort getroffen habe. Aber es nutzte nichts. Stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hildegard Ziegler warnte vor einem Ghetto. Sie verwies auf das ehemalige Turnerbund-Gelände, das man zum Teil für sozialen Wohnungsbau vorgesehen habe.

Auch die Ghetto-Befürchtung versuchte Seidel zu entkräften, verwies darauf, dass die Stadt selbst die Wohnungen vergebe und so für die soziale Mischung sorge. Stefan Rank (Bürgerliste) sprach der Stadt beim Wohnungsbau das fehlende Knowhow ab. Abschließender Kommentar des Baudezernenten: "Ich wundere mich zwar, nehme es aber zur Kenntnis."

Wir wollen dort kein Ghetto schaffen.Hildegard Ziegler (SPD)
Ich wundere mich zwar, nehme es aber zur Kenntnis.Baudezernent Oliver Seidel über die Entscheidung des Bauausschusses, an der Gabelsbergerstraße nördlich des Friedhofs lieber Parkplätze einzurichten als Sozialwohnungen zu bauen

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