Keine kurzfristigen Termine ohne Überweisung
Wartezeit beim Wunschfacharzt

Doris und Jörg-Christian Huck sowie Ersan Uzman (von links) ärgern sich über sehr lange Wartezeiten für Facharzttermine. Bild: esa
Politik
Weiden in der Oberpfalz
07.01.2017
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Ersan Uzman und das Ehepaar Huck regen sich auf. Sie müssen Monate auf Facharzttermine warten. Fünf Monate bis zum Besuch beim Hautarzt? "Da ist mir der Kragen geplatzt", sagt Doris Huck.

Ersan Uzman beim Augenarzt, Doris und Jörg-Christian Huck bei Hautärzten. "Eine Sechs-Wochen-Frist garantiert die Politik eigentlich. Wie soll das funktionieren?", fragt Doris Huck. Und ihr Mann fügt hinzu: "Das ganze System funktioniert einfach nicht."

Uzman, 69 Jahre, hat versucht, wegen akuter Probleme einen Termin bei einem Augenarzt zu bekommen. Erst im Februar sei wieder etwas frei, habe die Sprechstundenhilfe gesagt. Drei Monate Wartezeit, trotz einer Überweisung des Hausarztes. Danach hat der Rentner bei einem anderen Spezialisten um einem Termin gebeten und wurde innerhalb einer Woche untersucht. Für seine Tochter wollte der ehemalige Ofenmaurer und Busfahrer einen Psychiater finden. In Weiden gebe es nur einen und der sei für 2017 bereits ausgebucht. Als Uzman zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt wollte und kurzfristig keinen Termin bekam, saß er von 8 bis 13 Uhr im Wartezimmer und hoffte auf eine spontane Untersuchung. Auch das vergeblich. Denn der Arzt hatte keine Zeit. "Vielleicht gehe ich im Urlaub in der Türkei zum Doktor", sagt er lachend.

Jörg-Christian Huck geht seit 2006 an Krücken, wurde an Knie und Hüfte operiert. Der ehemalige Sozialpädagoge müsse öfter zu Orthopäden. "Es ist teilweise schwer, an einen heranzukommen", sagt der 75-jährige Weidner. Er würde trotz Schmerzen sechs bis acht Wochen auf einen Termin warten.

Überweisung nötig

Seine Frau Doris, 74 Jahre, rief im September wegen einer juckenden Stelle im Gesicht bei einem Hautarzt an, die Sprechstundenhilfe bot einen Termin im Februar an. "Fünf Monate", klagt die Hausfrau über die lange Wartezeit. Auch ihr Mann wollte bei diesem Arzt einen Termin, er rief im November an und sollte erst im Mai in die Praxis kommen. Vergeblich suchte das Ehepaar in Weiden und der Region nach einem Dermatologen, der einen zeitnahen Termin bot. Die Hucks wandten sich mit einer Überweisung ihres Hausarztes an die Ambulanz der Uniklinik Regensburg. Dort hieß es, sie bräuchten eine Überweisung ihres Dermatologen. Nur damit würden Patienten in der kommenden Woche einen Termin erhalten. Kommt die Überweisung vom Hausarzt, müssen sie bis Februar warten. Spontan könnten Patienten zwar vorbeikommen, hätten aber keine Garantie für eine Behandlung.

Zur Recherche: Mit ihrer Beschwerde bei unserer Redaktion wollten das Ehepaar Huck und Ersan Uzman keinen Mediziner persönlich angreifen. Das betonen sie mehrmals. Daher werden in diesem Artikel die Namen ihrer Fachärzte und die Orte, in denen sich die Praxen befinden, nicht genannt.

Die Fachärzte sind überlaufen, sie sind blockiert von Leuten, die da nicht hin müssten.Dr. Matthias Loew, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands
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