26.04.2017 - 19:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar Deutschland und Frankreich auch wirtschaftlich eng verbandelt

Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind häufig abstrakt und weit weg. Ganz nah und direkt erfahrbar - für die 10 000 Beschäftigten und Millionen Kunden - ist die Übernahme der Werkstattkette ATU durch die Mobivia Groupe. Einige Tausend französische Unternehmen sind in Deutschland engagiert, und umgekehrt. Das technologische Top-Projekt Airbus verkörpert nur die Spitze der vielen deutsch-französischen Unternehmer-Aktivitäten.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Die beiden Länder stemmen mehr als ein Drittel der Wirtschaftsleistung der gesamten EU. Deutschland und Frankreich sind füreinander die wichtigsten Handelspartner, und die zwei Volkswirtschaften engstens verwoben.

Es wäre schlechterdings eine ökonomische Katastrophe, sollte am 7. Mai bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen Marine Le Pen obsiegen. Die Nationalistin will den Austritt Frankreichs aus der EU und die wirtschaftliche Abschottung durch rigide Handelsbarrieren. Das Programm Le Pens ähnelt dem der nationalistischen Vereinfacher in Deutschland, Österreich oder in den Niederlanden. In dieses Bild der Unberechenbarkeit passen auch der Brexit und ein irrlichternder Donald Trump. Es ist ungemütlich geworden in der westlichen Welt, die vor kurzen noch als Hort der Stabilität galt. Das Selbstverständliche wackelt und wird zum erstrebenswerten Privileg, ja Ideal.

Jeder Protektionismus läuft in letzter Konsequenz (fast immer) auf einen Wirtschaftskrieg hinaus. Rücksichtsloser Nationalismus ist toxisch für den breiten Wohlstand. Dieser stellt an sich keinen ethischen Wert dar: Doch ohne ihn käme der gesellschaftliche Werte-Kanon, den die "Nationalen" so gerne beschwören, wohl ganz schnell ins Rutschen ...

clemens.fuetterer[at]oberpfalzmedien[dot]de

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