09.05.2017 - 22:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kommentar zum Ende der Gratiskultur bei Banken und Sparkassen Abschied vom kostenlosen Konto: Gebühren plausibel erklären

Vorbei sind die Zeiten des kostenlosen Girokontos. Meist genügte dafür ein durchschnittliches Guthaben von 1500 Euro. Die seit fast zehn Jahren anhaltenden Niedrigzinsen schmälern die Erträge der Banken und Sparkassen derart, dass sie solch eine Gratis-Dienstleistung nicht mehr leisten können. Diskret und schleichend verlangen immer mehr Kreditinstitute von ihren Kunden Gebühren für bisherige Selbstverständlichkeiten.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Personalabbau durch Fluktuation (so besetzen die 394 Sparkassen in Deutschland 9000 Stellen nicht wieder), Schließung von kleineren Filialen und Fusionen zu größeren Einheiten sollen den prekären Kostendruck auffangen.

Denn der Nullzins sabotiert die Regel, über die Zinsspanne - Unterschied zwischen Spar- und Kreditzinsen - ausreichend Wertschöpfung zu betreiben. Dazu kommt der Aufwand für die Regulatorik, bei der für die Geldinstitute vor Ort die Messlatte zur Überwachung von internationalen Großbanken angelegt wird. Damit nicht genug, stehen enorme Investitionen in die Digitalisierung an. Statistisch besucht ein Kunde nur noch ein einziges Mal im Jahr persönlich seine Sparkasse: Dann geht es um qualifizierte Beratung - Altersvorsorge, Wertpapiere oder Finanzierung.

Der Betrieb der Geldautomaten kostet richtig Geld. Bereits jede zehnte Sparkasse sowie jede siebte Volks- und Raiffeisenbank fordern von ihren Kunden Gebühren für die Versorgung mit Bargeld. Das Ende der "Gratiskultur" wäre allerdings nachvollziehbarer, würden die zusätzlichen Belastungen plausibel und offen erklärt.

clemens.fuetterer[at]oberpfalzmedien[dot]de

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