17.11.2017 - 16:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Konferenz des Interregionalen Gewerkschaftsrats Böhmen-Bayern in Weiden 20 Jahre grenzenloser Arbeitskampf

Vor 28 Jahren fiel der Eiserne Vorhang, seit 20 Jahren ziehen deutsche und tschechische Gewerkschaften an einem Strang. Ganz vorne mit dabei: Die Oberpfälzer DGB-Bezirke und die westböhmische Konfederace odborových svazu, die Konföderation der Gewerkschaftsverbände entlang der Grenze. Am Mittwoch, 22. November, feiert der Interregionale Gewerkschaftsrat Böhmen-Bayern das Jubiläum mit einer Konferenz in Weiden.

Die drei von der bayerisch-böhmischen Gewerkschaft: (von links) Peter Hofmann, Helmut Fiedler und Petr Arnican. Bild: Herda
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Mit dabei: Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Josef Středula, Präsident der ČM KOS (Tschechisch-Mährische Konföderation der Gewerkschaftsverbände). „Wenn wir schon so hohen Besuch in Weiden haben, sollen die sich natürlich auch in das Goldene Buch der Stadt eintragen“, freut sich Helmut Fiedler, Abteilungsleiter „Grenzüberschreitende Beziehungen“ beim DGB Bayern, über einen Besuch im Rathaus.

„Sozialer Fortschritt“ gehört in EU-Vertrag

„Wir wollen dabei zeigen“, ergänzt Fiedler, „dass wir die Erfolge für die deutschen und tschechischen Arbeitnehmer nur in enger Zusammenarbeit zwischen der obersten Ebene und der Gewerkschaft vor Ort erreicht haben.“ Die Stabsspitze müsse sich um Regelungen auf europäischer Ebene kümmern, wie die Verankerung des Gemeinschaftsziels „Sozialer Fortschritt“ im EU-Vertrag, damit der Europäische Gerichtshof (EuGH) keine Urteile mehr sprechen könne wie kürzlich: „Die Gesetzeslage gibt her, dass Arbeitnehmer bis zu 12 Tagen hintereinander arbeiten müssen, wenn der Arbeitgeber das will.“

Zwei Jahrzehnte Gewerkschaftsarbeit habe nicht nur die Ängste auf beiden Seiten des ehemaligen Eisernen Vorhangs nehmen können. In Hunderten Beratungstagen und Seminaren wurden tschechische und deutsche Arbeitnehmer über die Modalitäten des Arbeitsrechts, bei der Kranken- und Rentenversicherung des jeweils anderen Landes aufgeklärt. Zwischen 2011, als die volle Freizügigkeit wirksam wurde, und heute stieg die Zahl der Grenzpendler von 5000 auf 18.000.

Bremse für wild gewordene Manchester-Manager

„Man nimmt in Tschechien wahr, dass deutsche Gewerkschaften sich auch für tschechische Arbeitnehmer einsetzen“, sagt Petr Arnican, Dolmetscher und DGB-Projektmitarbeiter. Gerade in den Wendejahren hätten Fiedler und Kollegen wild gewordene Manchester-Manager betriebsdemokratisch hergebremst. „Eine Studie zeigt, dass die Sorgen und Erwartungen der Arbeitnehmer auf beiden Seiten verblüffend ähnlich sind“, ergänzt Peter Hofmann, DGB-Regionssekretär Oberpfalz.
Es gibt auch Vereinbarungen zwischen deutscher und tschechischer Gewerkschaft, wenn gestreikt wird, dass in Zweigwerken nicht gearbeitet wird, auch bei Verlagerung.

Auf dem Weg zum Ziel eines gemeinsamen regionalen, grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes wünschen sich die Gewerkschafter den Abbau des Haupthindernisses, der Sprachbarriere: „Wir wollen, dass es wie zu zeiten der anfänglichen Euphorie nach der Öffnung der Grenzen wieder selbstverständlich wird, die Sprache des Nachbarlandes von klein auf in der Schule zu lernen.“

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