21.09.2017 - 18:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lärmschutz bei der Elektrifizierung Eine zweite Chance?

Eine zweite Chance?

von Alexander Rädle Kontakt Profil
Kommentar

Von Alexander Rädle

Gut gebrüllt hat er, der bayerische Löwe. Nur - brüllen alleine hilft nicht. Die allgemeine gesetzliche Lösung für einen erhöhten Lärmschutz haben die GroKo-Parteien der zu Ende gehen Legislaturperiode ganz offenbar aus Kostengründen gescheut.

Würde der Rheintalbahn-Standard allgemeingültig werden, kämen auf die Bund womöglich Milliarden zu. Stattdessen sollen Einzelfall-Lösungen her. Lärmschutz nach dem St.-Floriansprinzip. Bei uns soll es leise sein, der Lärm bei anderen interessiert uns nicht. Alles menschlich irgendwie nachvollziehbar.

Die Abgeordneten der Region haben sich mit Resolution, Kontakten ins Ministerium und dem Strippenziehen hinter den Kulissen wirklich bemüht. Dobrindts Versprechen für Lärmschutz exklusiv an unserer Bahnlinie ist ein Polit-Coup. Mehr nicht. Eine wirksame Waffe gegen Güterzuglärm ist ein ordentliches Gesetz, das für alle betroffenen Strecken gilt.

Nach der Wahl kann der Bundestag das Thema neu angehen. Die Chancen sind aber zweifelhaft, weil ein echtes Schienenlärmschutzgesetz eben milliardenschwere Verpflichtungen auslöst. Derzeit sind eher Steuererleichterungen angesagt. Doch die helfen den Anwohnern der Bahnstrecke nicht weiter, wenn sie nachts vor lauter Geschepper senkrecht im Bett stehen.

alexander.raedle[at]oberpfalzmedien[dot]de

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