23.11.2017 - 20:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Landtagskandidat Stephan Oetzinger (CSU) spricht bei drei Ortsverbänden Große Fragezeichen nach Sondierungs-Aus

"Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt für die SPD gekommen, sich ihrer Verantwortung zu stellen und wenigstens in Sondierungsgespräche zu treten", formulierte CSU-Landtagskandidat Stephan Oetzinger bei einer Versammlung der CSU-Ortsverbände, Weiden-Süd, Lerchenfeld und Stockerhut im Pfarrheim St. Johannes.

Und wie bitte soll's jetzt weitergehen? Landtagskandidat Stephan Oetzinger (CSU) stellt die Frage, die seit Sonntagnacht ganz Deutschland bewegt. Rechts Peter Schröpf, CSU-Ortschef von Weiden-Süd. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Schließlich hätten die Genossen nicht in irgendeinem Stadium der Vorgespräche erklärt, dass sie keinen gemeinsamen Nenner fänden. Sie hätten schon am Wahlabend betont: "Wir sind raus." Oetzinger: "Sie haben sich in die Schmollecke der Opposition zurückgezogen." Ein gutes Demokratieverständnis sei das nicht. "Und auch kein besonders guter Umgang miteinander."

"Auch wir hätten uns ein wesentlich besseres Ergebnis erwartet. Egal ob bayernweit oder auf unseren Wahlkreis bezogen." Was habe man an Zeit und Energie in diesen Wahlkampf gesteckt: Infostände, Plakataktionen, Versammlungen in den Ortsverbänden. "Noch am Vorabend der Wahl haben wir gedacht, dass wir ein solides Ergebnis einfahren werden." Allein die Umfragewerte waren gut. Pustekuchen. "Vielleicht ist am falschen Tag gewählt worden", spöttelte Oetzinger. "Ein, zwei Tage vorher hätt's wohl besser ausgesehen." Sei's drum: "Die Wahlergebnisse finden sich immer erst in der Wahlurne." Die CSU habe trotz des schlechten Abschneidens im Freistaat Sondierungsgespräche geführt.

"Wir sind über unseren eigenen Schatten gesprungen und haben uns mit den Grünen auseinandergesetzt, obwohl die Schnittmenge mit dieser Partei am geringsten ist." Warum? "Weil wir versuchen, für die nächsten vier Jahre einen Staat zu machen." Das sei man den Bürgern schuldig. "Offen und ehrlich muss ich sagen, dass es mich schon entsetzt hat, dass die Verhandlungen ausgerechnet an der FDP gescheitert sind."

Nach dem Ausscheren der FDP befinde sich Deutschland im Schwebezustand, erklärte Oetzinger. "Auch unsere Partei. Man weiß nicht, was noch wird." Eigentlich hätte man sich jetzt für die Landtagswahl aufstellen wollen. "Auch was das Spitzenpersonal angeht. Das Fragezeichen ist in dieser Hinsicht mit der heutigen Nacht nicht kleiner, sondern größer geworden."

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