Langjährige CSU-Stadträtin verstorben
Louise Lukas (85) erliegt Organversagen

Louise Lukas sorgte sich nicht nur um ihre Familie und das eigene Wohlergehen. Obwohl sie, früh verwitwet, alleine fünf Kinder großzog, fand sie noch Zeit, um sich um die Anliegen der Bürger der Stadt zu kümmern. Die langjährige Stadträtin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes verstarb in der Nacht zum Faschingsdienstag. Bild: Wilck
Politik
Weiden in der Oberpfalz
13.02.2018
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Weiden. (wd) Ihre Kraft schien lange unerschöpflich. Louise Lukas erholte sich augenscheinlich schnell von den Krankenhausaufenthalten, die sich seit Oktober zusehends häuften. Zuhause in Tröglersricht umsorgten sie Tochter Aloisia und Sohn Josef. Vor eineinhalb Wochen musste die ehemalige langjährige Weidener CSU-Stadträtin erneut ins Klinikum, wo sie in der Nacht zum Faschingsdienstag überraschend einem Herz- und Nierenversagen erlag. Im April wäre sie 86 Jahre alt geworden.

Gesundheitliche Gründe waren es bereits 1997, die sie zwangen, nach fast 20 Jahren ihr Stadtratsmandat zurückzugeben. Die ehemalige Dorfhelferin, Ortsbäuerin und stellvertretende Diözesanvorsitzende des Katholischen Frauenbundes hatten die Bürger 1978 vom aussichtslosen Platz 32 auf Platz 22 der CSU-Liste direkt in den Stadtrat gewählt. Ihre Beliebtheit zeigte sich in den nächsten Wahlen, bei denen sie jeweils viele Plätze gut machen konnte. Die Weidener wussten, was sie an Louise Lukas hatten: "Eine standhafte Frau mit weichem und weitem Herzen". So hatte sie ihr damaliger Fraktionsvorsitzender Gerd Hofmann einst charakterisiert.

In München geboren, in der Scheibe aufgewachsen und schon mit dem Examen als Landwirtschaftslehrerin in der Tasche, entscheidet sie sich, in Weiden zu bleiben und hoch auf den Stoabauern-Hof nach Tröglersricht zu heiraten. Sie wird Mutter, Bäuerin und Wirtin. Dann, im April 1969, schlägt das Schicksal brutal zu: Ihr Mann Josef verstirbt an einem verkannten Kriegsleiden. Als alleinerziehende Mutter versorgt sie ihre vier Töchter und den gerade erst zwei Jahre alten Sohn sowie den Bauernhof. Und sie findet Zeit für ihr großes soziales und caritatives Engagement. Auch in der Pfarrei St. Josef übernimmt sie wichtige Aufgaben. Sie wird Schöffin, leitet die Frauengruppe des Verbandes landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen. 1972 stößt sie zur CSU. Gerade im "vorpolitischen Raum" findet sie ihre Berufung. Sie versucht, den Menschen zu helfen. Darum ging sie in die Politik.

Die Stadt Weiden, Familie und Freunde nehmen am Donnerstag Abschied von Louise Lukas: Um 11 Uhr Trauergottesdienst in St. Josef. Danach Beerdigung im Stadtfriedhof.
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