21.11.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbrief: "Die Luft ist kontinuierlich besser geworden"

Zum Artikel "Dicke Luft":

von Redaktion OnetzProfil

Sehr erfreulich, dass die Werte in Weiden unter der Hysteriegrenze in unserem Land liegen. Aber auch in Städten wie München, Stuttgart und London ist die Luft kontinuierlich besser geworden. Man bedenke, dass die Individualfeuerung in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist. Der Feinstaubanteil in London soll von 620 Mikrogramm/m³ (PM 10 ) in 1891 auf 16 in 2016 abgefallen sein und in Stuttgart bei 38 liegen.

Gegen Wetterlagen mit manchmal auftretenden stehenden Luftmassen lässt sich noch nicht viel machen. Außerdem ist alles eine Sache der Grenzwerte. Der Grenzwert für eine Summation von Stickoxiden beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wird dieser über eine gewisse Zeit und Höhe überschritten, bricht Hysterie aus und man spricht von einer möglichen Sperrung der Innenstädte. Gleich neben der Messstation liegen die Werte bereits wieder deutlich niedriger.

Wenn man jetzt den MAK-Wert (maximale Arbeitsplatz-Konzentration) für Stickoxide in einer Produktionshalle, z. B. einem Schweißbetrieb, nimmt, so liegt dieser bei 940 Mikrogramm/m³ (in der Schweiz bei 6000)! Das ist bis dato ein abgesicherter medizinischer Grenzwert, der für Arbeiter in einer Achtstundenschicht zumutbar ist. Man mutet also einem Arbeiter eine über 20 mal höhere Konzentration an Stickoxiden zu als einem Spaziergänger am Stachus. Das Ganze ist so absurd und eine wirkliche Lachnummer. Und alle Politiker, die es wissen wollen, können es nachlesen in einem Beratungsbericht für die Bundesregierung vom 5. September 2016 von Prof. Dr. Thomas Koch vom Institut für Kolbenmaschinen an der TH Karlsruhe. Man sollte allerdings etwas Zeit und Sachverstand haben, um den Bericht zu lesen.

Außerdem erledigt sich das Problem in einigen Jahren von selbst, wenn nur noch Dieselfahrzeuge mit verbesserter AdBlue (Euro 6+ ) zur Anwendung kommen. Die Werte zeigen, dass die Unterschreitung des derzeitigen, unbegründet niedrigen Grenzwertes auch bei ungünstigen Wetterlagen zu erreichen ist. Der Diesel wird und muss noch lange erhalten bleiben, da er derzeit noch der optimale konventionelle Fahrzeugantrieb ist.

Bei 100-prozentiger Umstellung auf E-Mobilität würde Deutschland 12 bis 14 neue Kraftwerke benötigen. Man müsste schon mal langsam anfangen, diese zu planen und zu bauen.

Matthias Langer, 92726 Waidhaus

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