13.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbriefe: Nach "Jamaika": Neue Farben braucht das Land

Mit Ironie aufgespießt:

von Externer BeitragProfil

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sitzt derzeit angespannt an seinem Schreibtisch im Amtssitz Bellevue und blättert hektisch im Flaggenregister. Seit dem Scheitern der schwarz-grün-gelben Jamaika-Sondierungsgespräche sucht er dringend nach einer alternativen staatstragenden Farbenkombination, die als Fundament einer künftigen deutschen Regierung geeignet wäre: Und welche den Frust der deutschen Wähler über die enttäuschten Hoffnungen auf Rum und Relaxen an weißen Stränden kompensieren könnte. Von Christian Lindner plötzlich und unerwartet vom bedeutungslosen Staatsoberhaupt zum wichtigsten Mann in unserem Land befördert, sieht sich Steinmeier nun vor der Aufgabe, selber eine neue Regierung zu bestimmen. Das ist nun allerdings weitaus schwieriger als Händeschütteln (außer die von Donald Trump) und Redemanuskripte ablesen. Nun könnte Steinmeier staatsmännisch abgeklärt anordnen, "dann macht's halt eine schwarz-grüne Minderheitsregierung". Doch es gibt, zumindest nach meinen Recherchen, gar keinen Staat mit einer schwarz-grünen Flagge!

Ein Ausweg aus der aktuellen Regierungskrise findet sich möglicherweise in einer ohnehin längst fälligen Neuordnung der politischen Kolorierung. Bedenkt man, dass diese aus längst vergangenen Zeiten stammt, als die Union noch eine christliche Partei war und grüne Parlamentarier mit dem Fahrrad in den Reichstag gelangten, dann wird einem der Abschied von der gewohnten Farbensymbolik nicht schwerfallen. Nur mal so als Vorschlag: Auf der Flagge Zyperns finden sich die politisch bisher völlig unschuldigen Farben Petrol und Ocker. Die Aufgabe der Zuordnung von Farben zu Parteien kommt laut Grundgesetz dem Bundespräsidenten zu. Das wird er ja wohl noch hinkriegen. Eine Minderheitsregierung, gekleidet in diese hochmodernen, unbelasteten Farbtöne, die "Zypern-Koalition" also, sollte beim Wähler großen Anklang finden und für die grundlegende politische Erneuerung stehen, auf die wir alle schon so lange warten.

Ulrich Lommer, 92237 Sulzbach-Rosenberg

 

 

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