21.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Leserbriefe "Seltene Einmütigkeit" von CSU, SPD und Grünen

Zu den Gleichstromtrassen:

von Externer BeitragProfil

Wenn Wirtschaftsstaatssekretär Pschierer FW-Vorsitzendem Hubert Aiwanger vorwirft, dessen Wissen beschränke sich offenbar auf die Fähigkeit, Lichtschalter zu betätigen, ist das genau die Polemik, die man an anderer Stelle den Freien Wählern vorgeworfen hat. Als Politik- und Sozialwissenschaftler ist Pschierer ebenso wenig Fachmann in Energietechnik wie Aiwanger, mit dem Unterschied, dass Aiwanger zumindest ein Diplom als Landwirtschaft-Ingenieur besitzt.

Die etablierten Parteien, inklusive der Grünen, verteidigen die Milliarden-teuren Gleichstromtrassen als notwendig für die Energiewende. Wer Strom-Überschüsse örtlich verschieben will, braucht Stromtrassen. Wer Strom-Überschüsse zeitlich verschieben will, braucht Stromspeicher. Der in Norddeutschland produzierte PV- und Windstrom reicht nicht einmal für den Strombedarf der norddeutschen Bundesländer selbst.

Süddeutschland braucht dringend eine ersatzlose Abschaffung der 10 H-Abstandsregel, ebenso massiven Ausbau von PV- und Windstromanlagen und Stromspeichern. Jede Milliarde, die in Stromtrassen vergeudet wird, fehlt bei der Investition in EE-Stromerzeugungs- und -Speicheranlagen, und ist deshalb für die Energiewende nicht nur wenig hilfreich, sondern behindert die Energiewende in unverantwortlicher Weise.

Dass die gleichen Politiker nebenbei auch dafür sorgen, dass die deutschen Autobauer sich bis zum bitteren Ende auf den Lorbeeren ihrer Verbrennungsmotoren-Technik ausruhen können, und damit nicht nur die Gesundheit der deutschen Bevölkerung schädigen, sondern auch Hunderttausende von Arbeitsplätzen und damit die Existenz unseres Sozialstaates gefährden, ist eine traurige Randnotiz aus dem gleichen Themenkreis.

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung: Je länger die Politik versucht, diese Grundwahrheit zu ignorieren, desto schlimmer werden die Folgen für Staat und Gesellschaft werden. Ich hoffe, dass wenigstens die Grünen sich noch einmal besinnen und analysieren, ob die "seltene Einmütigkeit" mit CSU und SPD auf diesem Gebiet dem Land und der Partei eher schaden oder nutzen. Eine grüne Partei, die die Energiewende ausbremst, braucht kein Mensch.

Thomas Rauner, 92237 Sulzbach-Rosenberg

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