01.05.2017 - 20:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Tschernobyl-Unglücks Verstrahlt für viele tausend Jahre

(uz) "Kommen Sie zur Mahnwache - um den Opfern des Tschernobyl-Super-GAUs, des Reaktorunfalls vor 31 Jahren in der Ukraine zu gedenken." Die Bürgerinitiative gegen atomaren Anlagen Weiden-Neustadt und die Ärzteorganisation IPPNW riefen am Samstagvormittag die Passanten in der Fußgängerzone dazu auf, sich einzureihen um zehn Minuten lang innezuhalten. Der Super-GAU von Tschernobyl 1986 habe mehr Radioaktivität freigesetzt als die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki. Über die Opfer aber werde weitgehend geschwiegen, erklärte BI-Sprecherin Hilde Lindner-Hausner. Dr. Bertheide Nickl (IPPNW), bedauerte, dass man aus dem GAU nichts gelernt habe.

Alarmstufe Gelb: Mit einer Mahnwache in der Altstadt gedachten Bürgerinitiativen der Opfer des Tschernobyl-Unglücks. Bild: Kunz
von Helmut KunzProfil

Man müsse Schluss machen mit der Atomkraft, sowohl mit der zivilen als auch auf militärischen Nutzung, forderte Lindner-Hauser. Beides sei aber nicht zu trennen. Am Infostand bot sich die Möglichkeit, selber aktiv zu werden, die Petition "Stoppt Temelin für die Untersuchung der Schweißnähte beim Temelin Reaktor 1" zu unterschreiben, den offenen Brief zur funktionierenden Jod-Versorgung der Bevölkerung im Falle einer radioaktiven Verstrahlung zu unterstützen. "Sich für eine friedliche dezentrale Energieversorgung ... einzusetzen, dazu gehört für mich auch der Widerstand gegen unnötige überdimensionale Stromtrassen, welche die Energiewende behindern und den Transport von Kohle- und Atomstrom fördern." Sie forderte, vielfältige Möglichkeiten zu nutzen, Einwendungen abzusenden, die Antragskonferenz am 17. Mai zu besuchen oder Rechtsbeistand durch Spenden zu fördern.

Als Erleichterung sähe sie, wenn alle Landkreise und kreisfreie Städte im Trassenabschnitt dem Wunsiedler Kreistagsbeispiel, sich gegen die Trasse einzusetzen, folgten, und sich untereinander verbündeten. "Für den Rechtsbeistand - würden wir gern den ,WAA-Anwalt' Wolfgang Baumann aus Würzburg beauftragen - Spenden werden gesammelt. Wenn der Wunsiedler Kreistag dem Antrag der grünen Kreisrätin Brigitte Artmann nachkäme, Rechtsanwalt Baumann mit der Vertretung zu beauftragen wäre das höchst erfreulich", erklärt Lindner-Hausner

An Ministerpräsident Horst Seehofer richtete sie die Bitte, er möge noch einmal über den Südostlink nachdenken. "Die Menschen hier wollen, dass er weder als Mastentrasse noch als Erdkabel die Region durchschneidet." Stattdessen solle Seehofer für eine - aus ihrer Sicht - wirkliche Förderung der Erneuerbaren Energien eintreten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.