05.04.2017 - 20:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mauschelei-Vorwürfe im Stadtrat Noch nicht aus der Welt

Einige Tage war Ruhe. Die von der Mehrheit im Stadtrat als Mauschelei-Vorwürfe empfundenen Behauptungen von Christian Deglmann schienen keine Rolle mehr zu spielen. Der Schein trog.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Der Finanzausschuss tagt. Das übliche Geschäft. Eine ruhige Sitzung. Doch das sollte sich am Schluss für einige Minuten noch ändern. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hatte ganz überraschend angekündigt, dass der Rechnungsprüfungsausschuss unter Vorsitz von Hans Sperrer (CSU) die in jüngster Zeit getätigten Grundstücksgeschäfte der Stadt unter die Lupe nehmen werde. Anlass sind die heftig umstrittenen Äußerungen von Christian Deglmann im Stadtrat am 20. März. Dort hatte der Fraktionschef der Bürgerliste gesagt, der eine oder andere aktuelle Verkauf einer städtischen Immobilie hätte auch anders laufen können. Und dann fügte er auch noch das Wort "Regensburg" hinzu, das derzeit wie kein anderes für Bestechung und Betrug steht.

An Pranger gestellt

Nach der OB-Ankündigung eröffnete SPD-Fraktionschef Roland Richter noch einmal die Diskussion, in dem er von einem "ungeheuerlichen Vorwurf" sprach, der längst nicht ausgeräumt sei. Er unterstütze die nochmalige Prüfung, "gern auch mit einer Stellungnahme der Bürgerliste". Richter verwies darauf, dass sich die Verwaltung an den Pranger gestellt fühle. Die Äußerungen Deglmanns dürften auf keinen Fall so stehen bleiben.

Grünen-Fraktionschef Karl Bärnklau hielt Richter vor, nicht in der Sitzung gewesen zu sein und sich trotzdem zu äußern. Er wäre besser still geblieben. Die Aussagen Deglmanns könne man so oder so interpretieren. Das Thema müsse jetzt schnell aus der Welt. Er schäme sich für die Auseinandersetzung. Seggewiß betonte, dass ein Großteil der Kollegen in der Verwaltung in der Stadtratssitzung auch nicht anwesend gewesen sei. "Sie fühlen sich aber angeklagt." Und Sabine Zeidler (SPD) verteidigte ihren Fraktionschef. Schließlich seien die Aussagen protokolliert.

Entschuldigung fällig

Völlig schockiert über die Behauptungen zeigte sich auch CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. Der Rechnungsprüfungsausschuss sei das richtige Instrument, die Vorgänge ganz sachlich aufzubereiten. Er erwarte und erhoffe eine Entschuldigung Deglmanns. Pausch sagte, man wolle gemeinsam für die Bürger arbeiten. "Damit aber tut sich mancher derzeit schwer." "Das gehört ausgeräumt."

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