23.03.2018 - 18:16 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Messungen und ihre Ergebnisse: Grenzwerte eingehalten und trotzdem hohe Belastungen Da ist die Luft noch lange nicht raus

Sind jetzt die Stickstoffdioxid-Werte in der Sedanstraße zu hoch? Oder befinden sie sich noch knapp im grünen Bereich? Freude kam in dieser Woche im Hauptverwaltungsausschuss anlässlich der Messergebnisse auf jeden Fall nicht auf. So wurden am üblichen Standort Nikolaistraße Werte zwischen 22,9 Mikrogramm pro Kubikmeter (Juli 2017) und 43,7 (Januar 2017) gemessen. Damit errechnete sich ein Mittelwert von 28,6. Zulässig sind 40.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Größere Probleme bereitete allerdings die Sedanstraße. Bei einer zusätzlichen Messung anlässlich der Bauleitplanung für das Einkaufszentrum NOC lag der Durchschnitt bei Stickstoffdioxid zwar auch unter dem 40er Grenzwert (36,1 Mikrogramm), doch ist dies nur den letzten fünf Monaten des Jahres 2017 zu verdanken. Und da war die Sedanstraße großteils gesperrt. In dieser Zeit lagen die Werte zwischen 26,7 (Oktober) und 37,5 (August). In den ersten sieben Monaten des Jahres aber lag der niedrigste Wert von Stickstoffdioxid bei 45,8 (Mai) und der höchste Wert bei 56,4 Mikrogramm.

Es gibt auch einen maximalen Jahresstundenwert. Der lag in den vergangenen fünf Jahren in Weiden zwischen 92 und 123 Mikrogramm, zuletzt 103. Der Grenzwert ist auf 200 festgesetzt worden, bei 18 zulässigen Überschreitungen pro Kalenderjahr. Rechts- und Umweltdezernent Hermann Hubmann sagte, die Grenzwerte seien nicht überschritten, die Welt sei aber auch nicht heil. Grünen-Fraktionschef sah die Werte überschritten, verwies auf die Straßensperrung. "Ein sensibles Thema" lautete der Kommentar von Gabi Laurich. Hubmann schlug vor, dass Umweltingenieur Hubert Seidl die Werte in der nächsten HVA-Sitzung noch einmal erläutert. Zudem sollen die Eröffnung des NOC und die damit verbundenen neuen Verkehrsströme abgewartet werden.

Nach Feststellungen der Verwaltung gehen die Werte in der Sedanstraße auf bauliche Gegebenheiten wie geschlossene Häuserzeilen, auf gelegentliche Probleme mit dem Verkehrsfluss und auf meteorologische Gründe zurück. Die Nord-Süd-Richtung verhindere bei häufigen Westwinden die Durchmischung und Verdünnung der Luft. Zudem hätten sich Baustellenfahrzeuge ausgewirkt.

Bei den Feinstaubwerten ist eine leichte Verbesserung festzustellen. Sie lagen im Jahr 2013 an der Station Nikolaistraße bei 15 Mikrogramm (Jahresgrenzwert 25). Die Ozonwerte (Stickstoffmonoxid) lagen drei Jahre bei 14 Mikrogramm, dann bei 15 und im Jahr 2017 bei 13. Ein Grenzwert ist nicht festgelegt.

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