13.03.2018 - 22:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Mit den Franken in einem „Topf“ Oberpfälzer CSU muss sich behaupten

Über Jahrzehnte herrschte in der Oberpfalz ein - wirtschaftliches - Süd-Nord-Gefälle: vom prosperierenden Raum Regensburg zum Armenhaus nördliche Oberpfalz. Diese Zeiten sind vorbei. Manche Nordoberpfälzer verweisen jetzt auf eine neuerliche, aber politische Süd-Nord-Schieflage: CSU-Bezirkschef Albert Füracker stamme genauso wie Vor-Vorgänger Hans Spitzner aus dem Landkreis Neumarkt. Ministerin Emilia Müller (Bruck) aus der Mitte wird hier ebenfalls dem südlichen Raum zugeschlagen.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Vor genau 25 Jahren gab Ministerpräsident Edmund Stoiber barsch seinem Minister Gustl Lang den Laufpass. Ins verklärte Licht der Erinnerung rückt diese einmalige Phase der Interessensvertretung. Lang stellte damals über 18 Jahre in exekutiver Verantwortung für die Entwicklung seiner Heimat strategisch die Weichen. Seine Nachfolger im Landtag müssen sich bis heute an den riesigen Fußstapfen messen.

Es ist legitim, wenn nun Nordoberpfälzer auf den Regionalproporz pochen: Um so mehr, als die mächtigen CSU-Ober-Bayern bereits in Berlin führende Posten abräumen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch in München der oberbayerische Flügel seine Ambitionen durchdrückt: Nachdem Markus Söder keinesfalls als Franken-lastig erscheinen möchte. In diesen nordbayerischen "Topf" gehören schon gar nicht die Oberpfälzer: Denn sie sind Altbayern - und haben mit den Franken (auch) landsmännisch rein gar nichts am Hut.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp