24.11.2017 - 16:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Muglhof im August: Schlamm in Häusern – Schnelle Maßnahmen gefordert Die Angst vor dem nächsten Mal

Ein Unwetter trifft Muglhof hart, Schlamm dringt in Häuser. Das Unglück vom August soll sich nicht wiederholen. Der Stadtrat diskutiert Maßnahmen.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Alois Lukas (CSU) und der Muglhofer Ortssprecher Reinhard Greiner schilderten die Folgen des Unwetters vom 18. August noch einmal mit drastischen Beschreibungen. Geröll und Wasser seien durch den Ort geflossen. 20 Zentimeter hohe Schlammlawinen seien mitten durch die Häuser gewalzt. Aufgrund von Hanglagen wurde Erdmaterial insbesondere von den nördlich höher liegenden Äckern ausgespült.

Jetzt erst Konzepte für Schutz- und Gegenmaßnahmen zu entwickeln, dauere zu lang, sagte Greiner in der Stadtratssitzung bei der Diskussion eines CSU-Antrages. Es müsse zeitnah etwas geschehen. Bei den Bürgern herrsche die Angst vor dem nächsten Mal. Lukas forderte, Mittel in den Nachtragshaushalt einzustellen. Kleine Rückhaltebecken könnten Abhilfe schaffen.

Die Verwaltung hat inzwischen das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in die Untersuchungen eingebunden. Ein Ortstermin fand bereits statt.Die Behörde wird die genaue Erosionsfläche feststellen und eine erneute Gefährdung (Wiedereintrittswahrscheinlichkeit) prüfen. Dann sollen in enger Abstimmung mit allen Beteiligten Vorschläge zur Gefahrenabwehr gemacht werden. Auch eine direkte Beratung der betroffenen Grundstückseigentümer ist vorgesehen.

Allgemein verweist die Verwaltung darauf, dass Überflutungen und damit Schäden durch Starkregen stadtweit zunehmen. Diese Gefahrenbereiche zu erkennen, entsprechende Konzepte auszuarbeiten und umzusetzen, wird künftig verstärkt zu einer Aufgabe der Kommunen. Das bayerische Umweltministerium hat in diesem Zusammenhang ein Sonderprogramm "Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement" aufgestellt. Wegen der Aufnahme in das Förderprogramm (75 Prozent) steht die Verwaltung auch schon in Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt. In einem Abstimmungsgespräch soll das gesamte Stadtgebiet betrachtet werden.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß mahnte abschließend die Stadträte, bei der Genehmigung von Bauvorhaben dann auch stärker ein Auge auf die Hochwasser- und die Starkregengefahr zu richten.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp