13.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Nach neuem "Siechenweiher" auch große Teichanlage an Schweinenaab im vorderen Hammerweg angedacht Stadt Weiden wird Weiher-Land

Nichts ist erholsamer als gemütliche Stunden am Wasser. Deshalb werden Schätzler- und Stadtbad als die "Perlen in Weiden" geschätzt. Nachdem der Vorschlag, einen neuen Siechenweiher im Wittgarten entstehen zu lassen, auf große Resonanz stieß, soll auch die Schweinenaab am Hammerweg als "Naturraum höchster Qualität" zur Teichanlage aufgewertet werden.

Zum zweiten Vortrag über die städtebauliche Entwicklung in Weiden begrüßte der Kreisvorsitzende der CSU-Seniorenunion den Architekten Karlhein Beer
von Siegfried BühnerProfil

Dieser Vorschlag findet sich, so Baudezernent Oliver Seidel, in den sechs Varianten des städtebaulichen Ideenwettbewerbs Hammerweg wieder, die im nächsten Bauausschuss zu sehen sind. Seidel kündigte zugleich an, dass mit den Bäumen "sehr sorgsam umgegangen" und die Altlasten am TB-Areal (Striegl-Erddeponie) nicht angetastet werde.

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Mit Anregungen, Hinweisen und Kritik wartete Architekt, Stadtplaner und Stadtrat Karlheinz Beer auch bei seinem zweiten städtebaulichen Vortrag beim Dämmerschoppen der CSU-Senioren im Ratskeller auf. Baudezernent Oliver Seidel erläuterte, konkretisierte oder korrigierte mitunter die Äußerungen. Grundsätzlich merkte Architekt Beer an, dass bei Bauplanungen nicht die Kosten allein zu betrachten seien, denn "Nachhaltigkeit und langfristiger Ertrag gehen nur über Qualität". Zur Qualität gehöre auch, dass Kunststofffenster in historischen Altstadthäusern nichts zu suchen hätten.

Beer plädierte dafür, alte Bausubstanz (wie etwa den Schweigerblock) zu erhalten, was die "Verwurzelung mit eigener Identität" stärke. Er finde es korrekt, dass diese Gebäude aus den 20ern unter Schutz gestellt wurden. "Sie haben Qualität." Allerdings sollte das Landesamt für Denkmalpflege bei seinen Auflagen berücksichtigen, dass "Antworten für Weiden anders aussehen müssen als für München, wo 25 Euro Miete pro Quadratmeter möglich sind".

Plötzlich Hinterhof

"Werte, die vermarktet werden können", will Beer auf dem Naabwiesenparkplatz (wir berichteten) verwirklicht sehen. Ziel müsse zudem sein, "einen multifunktionalen Platz vor dem Rathaus zu schaffen mit Anbindung an die Schumacher-Allee". Er bedauerte, dass das Haus der Gemeinde durch den Zuliefer-Bereich der Stadtgalerie und dem Parkdeck in eine Hinterhof-Situation gerate. Einen öffentlichen Park auf dem Areal der Seltmann-Villa hält Beer für nicht zweckmäßig. "Er hätte keine Anbindung." In Betracht kämen zum Beispiel der Neubau einer Seniorenwohnanlage und die Sanierung des Altbaus als Kulturhaus ("kleine Perle mit vielen Problemen").

Die Aussegnungshalle des Stadtfriedhofs müsse in gutem Zustand gehalten werden, forderte Beer. Zum gegenüberliegenden Parkplatz sagte Beer: "Seidel und ich hätten gern einen innovativen Wohnungsbau gesehen." Die vom Stadtrat beschlossene relativ geringe Investitionssumme biete die Möglichkeit, "künftig noch einmal darüber nachzudenken". Gedanken macht sich Beer auch zum "Milchhäusl" am Flurerturm, das seit 30 Jahren ungenutzt sei.
"Die Stadt sollte es selbst behalten, sanieren und dann vermieten."

Baugebiet Schirmitzer Weg

Als misslungen wertet Beer die Umsetzung des Bebauungsplanes Schirmitzer Weg. "Die Entwicklung tut einem Stadtplaner weh." Sie zeige, dass mit Stadtplanung sorgfältiger umzugehen sei. Wichtige Regeln bleiben bei der Umsetzung außen vor, "wenn man vom Balkon auf Parkplätze schaut". Seidel nennt den Bebauungsplan korrekt, "doch die Frage ist, ob man sich bei der Umsetzung an ihn gehalten hat".

Bauverpflichtung

Laut Baudezernent Oliver Seidel gibt es in Weiden mehr als 1000 Baulücken. Sie stellten ein Wohnungspotenzial für bis zu 4000 Einwohner dar. Die Stadt stelle die Infrastruktur zur Verfügung, habe aber keinen Zugriff auf die Flächen. "Die Eigentümer setzen das Baurecht nicht um." Diese Situation sollte künftig vermieden und deshalb an Bauverpflichtungen gedacht werden. (sbü)

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