04.05.2018 - 14:04 Uhr
Oberpfalz

Neue Infobroschüre für Arbeitgeber Licht im Dickicht der Asylverfahren

Das Asyl- und Zuwanderungsrecht ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Eine Info-Broschüre schafft Abhilfe. Denn bewirbt sich ein Flüchtling bei einem Betrieb, muss Klarheit über seinen Aufenthaltsstatus bestehen.

Die neue Informationsbroschüre über Asylverfahren wendet sich vor allem an Arbeitgeber. Vorgestellt wurde sie von (von links) Martin Jung von der Ausländerbehörde, Ordnungsamtsleiter Reinhold Gailer, Dezernent Hermann Hubmann und Bildungskoordinatorin Julia Lenhart. Bild: Bühner
von Siegfried BühnerProfil

"Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung, was ist möglich - und was nicht" lautet der Titel der neuen Informationsbroschüre der Ausländerbehörde der Stadt Weiden. "Wir haben vor allem an Arbeitgeber gedacht, die sich einen raschen Überblick über die verschiedenen Aufenthaltsregelungen für Flüchtlinge verschaffen wollen", sagte Reinhold Gailer, Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, bei der Vorstellung der Broschüre.

In Gailers Aufgabenbereich fällt auch die Ausländerbehörde. Deren Mitarbeiter Martin Jung ist zuständig für Ausbildungs- oder Beschäftigungserlaubnisse für Flüchtlinge. "Je schlechter der jeweilige Stand eines Antragstellers im Asylbewerber-Verfahren, desto geringer sind die Chancen auf Ausbildung und Beschäftigung", stellte Jung fest.

"Wir empfehlen, sich vorrangig auf diejenigen Flüchtlinge zu konzentrieren, die nach einem erfolgreich abgeschlossenen Asylverfahren in Deutschland bleiben dürfen", hieß es. Immerhin sind dies rund 700 Personen in Weiden. Während eines laufenden Asylverfahrens ist die Aufnahme einer Arbeit oder Ausbildung nur mit Zustimmung der Ausländerbehörde möglich. Ermessensentscheidungen berücksichtigen unter anderem Bleibewahrscheinlichkeit, Identitätsklärung, Sprachkenntnisse, eventuelle Straftaten und den Herkunftsstaat.

Bei den rund 120 abgelehnten Asylbewerbern "hat die Aufenthaltsbeendigung Vorrang". Ein Abschiebestopp oder fehlende Identitätspapiere verhinderten oftmals eine Abschiebung. "Im Regelfall", heißt es in der Broschüre, "dürfen diese keine Beschäftigung mehr aufnehmen". Falls eine Ausbildung bereits vor der Ablehnung begonnen wurde, greift die "3 plus 2-Regelung": Demnach sind im Anschluss an die Ausbildung noch zwei Beschäftigungsjahre möglich. Um eine "Ausbildungsduldung" zu erhalten, müssen die Bewerber laut Broschüre "vor der Einleitung aufenthaltsbeendender Maßnahmen" ihre Identität nachgewiesen haben. Vor der Einstellung noch nicht anerkannter oder abgelehnter Asylbewerber sollte unbedingt Kontakt mit der Ausländerbehörde aufgenommen werden.

Der Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann wies darauf hin, dass die Verwaltung lediglich Rechtsvorschriften, die von der Politik beschlossen wurden, umsetze. Die Broschüre liegt ab sofort bei der Ausländerbehörde aus und kann von den Internetseiten der Stadt heruntergeladen werden.

Zahlen und Fakten

Rund 700 Personen sind in Weiden als Asylbewerber anerkannt und stehen dem Arbeitsmarkt laut Reinhold Gailer uneingeschränkt zur Verfügung. Laufende Asylverfahren betreffen rund 150 Personen, 120 Asylbewerber wurden abgelehnt. (sbü)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.