04.02.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Neuer Studiengang kann Abhilfe schaffen Ingenieure braucht das Amt

Beim Nachwuchsmangel könnte der Studiengang "Geoinformatik und Landmanagement" an der OTH ab Herbst Abhilfe schaffen. Die Freigabe von Bebauungsplänen im Netz erfolgt in der Region nur schleppend. Oliver Schrempel zeigt beim Besuch von SPD-Vertretern auch Problemfelder auf.

Amtsleiter Oliver Schrempel (Vierter von rechts) zeigte den Gästen von der SPD die Stärken, aber auch Problemfelder des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung auf. Bild: Schönberger
von Redaktion OnetzProfil

Er wolle "aufzeigen, was hier alles geleistet wird", sagt Oliver Schrempel, Leitender Vermessungsdirektor beim Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) in Weiden. Zu Gast war Landtagsabgeordnete Annette Karl (SPD). Sie wollte sich über die Aufgaben und Problemfelder des Amtes informieren. Begleitet wurde sie dabei von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, stellvertretender Landrätin Margit Kirzinger, Altenstadts Bürgermeister Ernst Schicketanz und Stadtrat Horst Fuchs.

Schrempel gab den Gästen einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen in der Behörde. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf den Bereich der Digitalisierung. So sei diese erst in den 2000er Jahren strukturiert durchgesetzt worden. "Zwar waren bei uns schon die Flurbücher digitalisiert, aber das bringt nichts, wenn die Karten noch auf Papier gezeichnet sind."

2003: Entwicklungssprung

Einen deutlicher Entwicklungssprung habe es deshalb erst nach Einführung der digitalen Flurkarte Ende 2003 gegeben. "Mittlerweile ist bei uns so gut wie kein Papier mehr notwendig, nur für die Unterschrift der Antragsteller", betont Schrempel nicht ohne Stolz. Ob denn auch die Grundbücher bald digital vorliegen werden, wollte Karl wissen? "Das wäre eine tolle Sache", so Schrempel.

Die Arbeit des ADBV sei durch die Digitalisierung schneller geworden, Fehler konnten deutlich reduziert werden. "Wir können mittlerweile viel mehr Daten erfassen, nicht nur die vier Hausecken mit dem Maßband." Zudem werde durch die digitalen Karten der "BayernAtlas" gefüllt, eine detaillierte Kartensammlung des Freistaates im Internet für Privat- und Fachanwender.

Außerdem können Bürger nun Bebauungspläne im Netz abrufen. Der Haken: Viele Kommunen erteilen keine Freigabe des Kartenmaterials. "In der nordöstlichen Oberpfalz verläuft die Entwicklung recht schleppend", erklärt Schrempel. Der Aufwand, der für die ständige Aktualisierung des Materials notwendig sei, sei für die meisten Gemeinden zu groß.

Beim Thema Breitbandausbau brachte Schrempel einige Probleme zur Sprache. 73 000 Internetanschlüsse lägen im Verantwortungsgebiet des Amtes. Bei 5000 sei noch kein Ausbauverfahren in Sicht. Es sei schwierig, von den unterschiedlichen Förderprogrammen das passende auszuwählen. Annette Karl weiß um diese Problematik: "Es gibt hier keine Struktur und auch keinen Masterplan."

Kaum eingebunden

Schrempel kritisierte auch das Bundesprogramm zur Förderung des Breitbandausbaus. "Wir können die Kommunen nicht unterstützen, da wir in die Konzeption des Förderprogramms kaum eingebunden sind", sagt er. Karl findet es bedauerlich, dass hier"offensichtliche Kompetenzen brachliegen".

Zusätzliche Kompetenzen erhofft sich Schrempel von der OTH Amberg-Weiden. Es fehlt seinem Amt an Vermessungsingenieuren. Gerade die Studenten, die nach München oder Würzburg umgezogen seien, kämen nach ihrem Abschluss nicht mehr zurück in die Heimat. Deshalb müssten Schüler frühzeitig auf diesen Berufszweig aufmerksam gemacht werden.

Im Sommer werde deshalb wieder eine "Woche der Geodäsie" in Weiden stattfinden, die sich primär an Schüler richtet. Zudem werde ab Herbst der Studiengang "Geoinformatik und Landmanagement" an der OTH Amberg-Weiden angeboten. Ein weiterer Schritt in der "guten Zusammenarbeit", wie Schrempel betont, zwischen der Hochschule und dem ADBV Weiden.

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