20.09.2013 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Oberpfälzer Florian Post tritt im Münchener Norden für die SPD an - Chancen auf das Direktmandat Spannendster Wahlkreis in Bayern

Der 32-jährige Florian Post rechnet sich gute Chancen aus, in den Bundestag einzuziehen. Bild: hfz
von Martin Maier Kontakt Profil

Die nördliche Oberpfalz hat möglicherweise nach der Bundestagswahl einen weiteren Fürsprecher in Berlin. Florian Post, der aus Leuchtenberg (Kreis Neustadt/WN) stammt, bewirbt sich um das Direktmandat im Münchener Norden. Und der SPD-Kandidat hat gute Chancen, ins Parlament einzuziehen.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich so einen guten Listenplatz bekomme. Besser geht es nicht für einen Neuling", blickt er auf die SPD-Landesvertreter-Versammlung im Dezember zurück. Der 32-Jährige kandidiert auf Listenplatz 17. Vor vier Jahren zogen 16 Sozialdemokraten aus Bayern in den Bundestag ein. Damals erzielte die Bayern-SPD aber ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949.

Post hofft sogar, das Direktmandat zu erringen. Er tritt im Wahlkreis München-Nord (unter anderem Schwabing und Maxvorstadt) an. "Hier muss es immer das Ziel sein, direkt in den Bundestag einzuziehen. Dieser Kreis war noch nie für eine Partei eine sichere Sache", verweist der Leuchtenberger auf die Geschichte. Der Wahlkreis ist wahrscheinlich der spannendste in ganz Bayern. Seit 1949 errang die SPD neun - darunter zweimal Hans-Jochen Vogel -, die CSU acht Mal die meisten Erststimmen. 2009 setzte sich im Münchener Norden Johannes Singhammer (CSU) in einem Wimpernschlagfinale gegen Axel Berg (SPD) durch. 1470 Wählerstimmen trennten damals die beiden Kandidaten. Vorher hatte Berg den Wahlkreis drei Mal gewonnen, zwischen 2005 und 2009 hielt er als einziger Sozialdemokrat in Bayern das Direktmandat.

Axel Berg verdrängt

Daher war es auch im Juli 2012 in der Landeshauptstadt eine Sensation, als sich Post bei der SPD-Delegiertenversammlung deutlich gegen Axel Berg durchsetzte. "Mich kannte vor einigen Jahren in München fast noch keiner. Ich war aber viel an der Basis, habe mich mit den kommunalpolitischen Themen befasst. So lernten mich die Bürger kennen", erklärt der Diplom-Kaufmann.

Nach seinem Abitur 2001 am Max-Reger-Gymnasium in Amberg studierte er Betriebswirtschaftslehre in München und Passau. Seit dieser Zeit hat der 32-Jährige seinen Lebensmittelpunkt in die Landeshauptstadt verlegt. Dort arbeitet er für den Stadtwerkechef Florian Bieberbach und hat für den Wahlkampf unbezahlten Urlaub genommen. Mit Politik befasst sich Post seit seiner Kindheit. "Politik war schon am Frühstückstisch ein Thema bei uns. Es wurde immer viel diskutiert." Seine Mutter Waltraud Benner-Post ist seit 2002 Bürgermeisterin des Marktes Leuchtenberg. Und sein Stiefvater, Otto Benner, war zwölf Jahre SPD-Landtagsabgeordneter. 2008 organisierte Post den Wahlkampf seiner Mutter. Die Bürgermeisterwahl gewann sie mit über 60 Prozent. So wurde auch die SPD in München auf ihn aufmerksam.

"Knappes Rennen"

Post tritt gegen ein CSU-Schwergewicht an. Johannes Singhammer ist seit 1994 im Parlament und Stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag. "Das wird ein ganz knappes Rennen", ist sich der Sozialdemokrat sicher. Seit über einem Jahr macht er ununterbrochen Wahlkampf. Mittlerweile sei er in München sehr bekannt. Mit dem Wahlslogan "Post für Sie" geht er in der Landeshauptstadt auf Wählerfang. Insgesamt wurde für seinen Wahlkampf eine sechsstellige Summe ausgegeben.

Ein großes Thema ist für den 32-Jährigen der knappe Wohnraum und der hohe Zuzug von gut ausgebildeten Leuten nach München. Und genau hier sieht er einen Bezugspunkt zu seiner Oberpfälzer Heimat: der Wegzug aus dem ländlichen Raum. "Das ist genau die andere Seite der Medaille. Hier muss gemeinsam an einer Lösung gearbeitet werden und ich kenne beide Seiten."

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