08.05.2018 - 17:08 Uhr
Oberpfalz

Öffnung für alle Migranten

2004 wird der Verein "Neue Zeiten" gegründet. Das Ziel: die Integration von russischsprachigen Einwanderern in Weiden. Das ist gut gelungen. Jetzt will sich der Verein für alle Migrantengruppen öffnen.

Jeden Samstag wird beim Verein "Neue Zeiten" getanzt. Evgenia Jarusskij leitet die Kindergruppe. Bilder: sbü (2)
von Siegfried BühnerProfil

Vor zwei Jahren ist der Verein von der Asylstraße in neue Räume in der Arndtstraße umgezogen. Das Angebot konnte deutlich erweitert werden. "Weil wir mit der Integrationsarbeit für Russisch sprechende Zuwanderer viel Erfahrung gewonnen haben, haben wir unsere Arbeit allmählich immer mehr auf andere Migrantengruppen ausgedehnt", sagt Vorsitzender Arkadiy Voloshyn. Dabei werde eng mit dem Ehrenamtskoordinator der Diakonie Manfred Weiß zusammengearbeitet.

Ein Beispiel für die schrittweise Neuausrichtung sei das seit zwei Jahren laufende Projekt "Ausbildungsakquisition für jugendliche Flüchtlinge in der Stadt Weiden". Dieser Weg soll verstärkt eingeschlagen werden. So gab es vor einigen Wochen eine Informationsveranstaltung für Eltern mit Migrationshintergrund zum Thema "Schulsystem in Deutschland". Die Serie von Berufsinformationsveranstaltungen für jüngere Migranten wird mit einem Aktionstag bei der BHS in Weiherhammer fortgesetzt.

Weit über den bisherigen Personenkreis hinaus reicht das Förderprojekt des Bundesfamilienministeriums "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz". Es wird vom Verein mit Netzwerkpartnern durchgeführt. Gleiches gilt für die Beteiligung am Bundesprojekt "Demokratie leben". In Zusammenarbeit mit AAU (Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer) in Nürnberg wird die Beteiligung an Jobstarter-Bundesprogrammen geplant. "Wir wollen unsere Arbeit regional ausdehnen", so AAU-Geschäftsführer Rainer Aliochin.

Das Angebot von "Neue Zeiten"

Auch in Zukunft will der Verein "Neue Zeiten" sein umfangreiches Freizeitangebot für seine rund 200 Mitglieder anbieten. Fortgesetzt wird die "Einstein-Akademie", in der Kinder im Alter von drei bis acht Jahren Englisch, Russisch, Klavier, Tanzen und Malen lernen. 30 Kinder in drei unterschiedlichen Altersgruppen werden dort jeden Samstag fünf Stunden lang betreut.

Die Tanzgruppen "Malinka" für die Jüngeren und "Kalinka" für die Älteren gibt es weiterhin ebenso wie die tägliche Hausaufgabenhilfe am Nachmittag. Dazu sind Kinder aller Migrantenfamilien willkommen. Die Erwachsenen im Verein treffen sich zweimal im Monat im Vereinshaus. Als nächster Ausflug soll gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde die KZ-Gedenkstätte Dachau besucht werden. Weiterhin wird jährlich ein neuer Russisch-Kurs für jedermann angeboten werden. Aktuell laufen dabei drei Gruppen mit je acht Personen.

Computerkurse, ein Ferienprogramm für Kinder und Deutschkurse zur Vorbereitung für den Einbürgerungstest stehen ebenfalls im Programmangebot. Als übergeordnetes Ziel formuliert Voloshyn: "Wir wollen dass die hier Geborenen ihre russischen Wurzeln nicht vergessen." (sbü)

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