19.02.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

OTH setzt auf Weiterbildung

Vorbei sind die Zeiten, in denen man in jungen Jahren studiert und dann ein Leben lang davon profitiert. Zu schnell entwickeln sich Wirtschaft und Technologie. Für Hochschulen bringt dies eine kleine Revolution.

Über eine Neuausrichtung der Hochschule unterhielten sich (von links) Sabine Märtin, Leiterin des OTH-Professional, Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, Präsidentin Andrea Klug, Vizepräsidentin Christiane Hellbach und OTH-mind-Projektleiterin Anja Wurdack. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Das traditionelle Studienangebot reicht nicht mehr aus, um den Qualifikationsbedarf für Beschäftigte in der Wirtschaft im Zeitalter der Digitalisierung zu befriedigen. Die OTH Amberg-Weiden hat diese Entwicklung längst erkannt und verändert Studienangebot und Lehrstrukturen. Den Besuch des Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht nahm die Hochschulleitung zum Anlass, über Einzelheiten der Neuausrichtung zu informieren.

Ziel ist es, die Hochschule für die Weiterbildung von beruflich qualifizierten Berufstätigen weiter zu öffnen. "Wir müssen uns die Unternehmen dafür noch besser erschließen", sagte OTH-Präsidentin Andrea Klug dazu. Im Projekt "OTH mind" werden vom Organisationsbereich "OTH Professional" derzeit der Weiterbildungsbedarf aus den Unternehmen und die Felder der Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschule untersucht. Dafür stehen bis zum Jahr 2020 insgesamt 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln des Bundesbildungsministeriums zur Verfügung. Sie sollen vor allem bedarfsorientiert investiert werden.

Befragt wurde die Wirtschaft der Region, denn es handele sich um ein Projekt "in der Region für die Region", wie Projektleiterin Anja Wurdack betonte. Die Themenfelder Automatisierung, Robotik und Datenbanken, seien in der Pilotierungsphase des Projekts besonders häufig als Weiterbildungsfelder genannt worden. "Uns geht es um andere Zielgruppen als es die traditionell Studierenden sind", stellte Wurdack fest. Schwerpunkt sei die akademische Weiterbildung. Es sollen aber auch potenzielle Studieninteressenten mit dem Angebot "BeVorStudium" auf ein mögliches Studium vorbereitet werden.

"Selbstverständlich brauchen wir auch weiterhin die Präsenzhochschule", stellte die Präsidentin dazu fest. Doch gerade wegen der starken Praxisorientierung der Hochschule sei die Öffnung für den Weiterbildungsbereich der Wirtschaft naheliegend. Erste Schritte seien bereits mit der Ansiedlung der Lernwerkstatt des Frauenhofer-Instituts und mit der Einrichtung des auf Anwenderfreundlichkeit von IT-Geräten ausgerichteten "Usability Labors" im neuen E-House vollzogen worden.

Als Weiterbildungspartner der Wirtschaft fehle der OTH noch der Bekanntheitsgrad, bedauerte Vizepräsidentin Christiane Hellbach. Mit Rupprecht wurden auch Möglichkeiten diskutiert, die Betriebe stärker für ein solches Weiterbildungsprogramm zu gewinnen. Angedacht werden könne auch ein Förderprogramm des Bundes für qualifizierte Beschäftigte.

"Hier muss was passieren", stellte Rupprecht zum Thema "lebenslanges Lernen" fest und erinnerte an die neuen Koalitionsvereinbarungen. Die Unternehmen müssten dabei einen echten Nutzen haben, was allerdings schwierig zu gewährleisten sei. Insgesamt sei in den vergangenen Jahren die berufliche Bildung "vernachlässigt worden", betonte er. "Sie muss hochgezogen werden, auch um die mittelständische Strukturen zu erhalten". OTH-Präsidentin Klug plädierte dafür "berufliche und akademische Bildung nicht gegeneinander auszuspielen".

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