16.03.2018 - 21:04 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

OWV-Hauptverein entscheidetam 24. März Schicksalstag für Silberhütte

Im Vorfeld der schicksalhaften Versammlung überrascht der Baufachwart des OWV-Hauptvereins, Hans Balk, mit einer Idee: Ein "Biotop-Verbund" mit den umliegenden Blumen- und Streuobstwiesen sowie Wald soll dem Schutzhaus Silberhütte eine Zukunft geben: in Regie des Oberpfälzer Waldvereins.

Sanierungsstau, ständiger Pächterwechsel: Der OWV will in Sachen Silberhütte handeln. Bild: Norbert Grüner
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

"Schließlich besitzt der OWV rund um die Silberhütte über 20 000 Quadratmeter Wiesen- und Waldflächen", betont Balk. Nach einer (kostspieligen) Generalsanierung könnte auch ein Teil des Schutzhauses Silberhütte als Ausstellungs- und Bürofläche genutzt werden. Der 73-Jährige stellt seine Artenschutz- und Biotop-Initiative bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 24. März vor. Eigentlich soll über das "Kaufangebot eines Bewerbers" abgestimmt werden ...

Zu kontroversen Diskussionen innerhalb des OWV führt bis heute die - damalige - Bereitschaft des Witron-Inhabers Walter Winkler, über den Förderverein Skilanglaufzentrum Silberhütte als Sponsor bis zu zwei Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um das Schutzhaus von 1932 von Grund auf zu sanieren - und in einen bodenständigen, modernen Gastronomiebetrieb umzugestalten. "Es hat nie ein konkretes Angebot von Herrn Winkler gegeben. Wir wären dumm gewesen, ein solches auszuschlagen", sagt Armin Meßner, Vorsitzender des OWV-Hauptvereins.

Tiefe Frustration

In der Tat sah sich Winkler nicht als Käufer im eigentlichen Sinn: Er bekundete vor Jahren seine Bereitschaft, einzuspringen. "Herr Winkler wollte nie Eigentümer der Silberhütte werden, aber er hätte sie mit seinen Mitteln saniert und dann dem Förderverein übergeben - und das wollte der OWV nicht", heißt es aus Kreisen des Fördervereins Skilanglaufzentrum Silberhütte. Die über dreieinhalb Jahre lang geführten Gespräche scheiterten letztendlich, was zu tiefer Frustration bei allen Beteiligten und einem "Auseinanderleben" von Förderverein und OWV führte. Darin sehen Insider das eigentliche Problem.

Rund 200 000 Euro investierte der OWV in den vergangenen Jahrzehnten nach Angaben von Meßner in die Silberhütte: "Dem standen Einnahmen in etwa gleicher Höhe gegenüber. Nur in den letzten zwei Jahren bewegten wir uns aufgrund der fehlenden Pachteinnahmen im roten Bereich", betont Meßner.

Bei dem Gespräch mit Oberpfalz-Medien unterstreicht Meßner, dass der Weg zum Langlaufzentrum über den Grund des OWV führe. Auch der obere Parkplatz befinde sich im Eigentum des Vereins. Meßner: "Wir haben dafür nie einen Euro erhalten. Das wird alles als Selbstverständlichkeit gesehen." Er spricht in diesem Zusammenhang auch die Haftung als Grundstücksbesitzer an. Hans Balk macht deutlich, dass das Skilanglaufzentrum ohne die Zustimmung des OWV wohl Probleme bekommen würde: "Ohne Entgegenkommen wird die Gangart härter."

"Nicht einfach hinwerfen"

Unstrittig ist der enorme Sanierungsbedarf bei der Silberhütte: Ob es nun die Küche, den Brandschutz, die Fremdenzimmer, die Wärmedämmung oder die Heizung betrifft. Es liegt das Kaufangebot eines Privatmanns vor, der gastronomisch noch als unbeschriebenes Blatt gilt. In eigener Sache betont Meßner, dass er das Amt des Vorsitzenden "nicht einfach hinwerfen", und sich nicht aus der Verantwortung stehlen werde.

Eine gedeihliche Zukunft der Silberhütte ist nur in einer guten Nachbarschaft möglich.Armin Meßner, Vorsitzender des OWV-Hauptvereins

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