24.02.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Realschulen: Entscheidung über Neubau noch vor den Sommerferien Keine guten Noten für Gutachter

Schon unmittelbar nach dem Treffen mit "rheform"-Vertreter Matthias Reichle am 10. November zeigten sich viele Stadträte hinter vorgehaltener Hand entsetzt über den Verlauf. Etwas abgespeckt, wurde die Kritik am Realschul-Gutachter jetzt doch noch öffentlich.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Jetzt soll's der "TÜV Rheinland" richten und die fehlenden Untersuchungsergebnisse zur Standfestigkeit der Realschulen einschließlich der sogenannten Kaiser-Decke liefern. Gisela Helgath und Fraktionschef Karl Bärnklau hatten für die Grünen, die den Antrag zusammen mit der Bürgerliste ins Plenum einbrachten, kritisiert, dass die Statik bisher nicht geprüft worden sei. Wenn dann auch die Standortuntersuchung und die Machbarkeitsanalyse vorliegen, könnte der Stadtrat in einer Sondersitzung noch vor den Sommerferien entscheiden, ob die beiden Schulen saniert oder neu gebaut werden. So soll's denn auch gemacht werden.

OB: Finanziell günstig

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß machte deutlich, dass man umgehend handeln werde, selbst wenn die Standfestigkeit noch einige Jahre gewährleistet werde. Er verwies auf den finanziellen Rahmen mit niedrigen Zinsen und aktuellen Fördermöglichkeiten von bis zu 90 Prozent. Will die Stadt diese ausreizen, müssen die Anträge bis 1. November dieses Jahres bei der Regierung vorliegen.

Für die CSU stellte Vorsitzender Wolfgang Pausch klar, dass seine Fraktion eine Sanierung der Schulen bevorzuge. Wenn allerdings in der Sondersitzung überzeugende Argumente für einen Neubau auf den Tisch kommen, werde man sich denen nicht verschließen. Für die SPD sagte stellvertretender Fraktionschef Dr. Matthias Holl, es bestehe auf jeden Fall Handlungsbedarf. Deshalb sei man mit der Prüfung der Kaiser-Decke in diesem Jahr einverstanden.

Zweifel an Fachkundigkeit

Wolfgang Pausch äußerte sich als Erster kritisch zu "rheform". Er forderte eine zweite Meinung, da das Gespräch mit Reichle nicht zur Aufklärung beigetragen habe. Im Gegenteil: "Das hat mehr zur Unsicherheit beigetragen." Deutlicher wurde dann Stefan Rank (Bürgerliste). Das Gespräch habe in keiner guten Atmosphäre stattgefunden, sagte er. Reichle hätte sich missverständlich, unklar und ausweichend geäußert. Rank unterstrich, dass die Zweifel an der Fachkundigkeit der "rheform" berechtigt seien. Das Büro sei ein Immobilienentwickler und kein Sanierer. "Ist doch klar, dass die bauen wollen."

Das Gespräch hat in keiner guten Atmosphäre stattgefunden.Stefan Rank (Bürgerliste) über das Treffen der Stadträte mit "rheform"-Vertreter Matthias Reichle

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